Familie Freya

Elternschaft, Beziehung, Persönlichkeitsentwicklung

Märchenstunde – Samuel der Ritter

Ich möchte heute ein Märchen mit euch teilen, dass ich meiner Urgroßmutter zum Geburtstag geschrieben habe. Vielleicht nicht ideal für Kleinkinder, aber meine Urgroßmutter war begeistert. Wenn mich die Muse erneut küsst, werde ich hoffentlich auch ein paar Geschichten für Kleinkinder schreiben und mit euch teilen.

Samuel der Ritter

Es war einmal ein kleiner Junge namens Samuel. Er träumte davon einmal ein großer und berühmter Ritter zu werden. Seine Familie konnte es sich jedoch nicht leisten ihm die Ritterschule zu bezahlen. Also machte er sich kurzerhand auf den Weg um einen Drachen zu erlegen. Immerhin musste man als echter Ritter auch einen Drachen erlegen! Er schnappte sich einen alten Schild, ein rostiges Schwert, ein wenig Proviant und ging in die Berge. Unterwegs kam er an einem See vorbei. Da es schon bald Nacht werden würde, beschloss der kleine Junge eine Rast einzulegen. Er machte ein Lagerfeuer, legte sich davor und schlief ein.

Gegen Mitternacht wachte Samuel auf – da sang jemand. Er sah sich um und entdeckte eine Frau auf einem Stein im Wasser. Samuel nahm all seinen Mut zusammen und ging näher heran. „Hallo! Wieso singst du denn so traurig?“ Die Frau sah ihn an. „Weißt du, ich warte schon so lange auf meinen Mann. Er hat sich auf den Weg gemacht den Drachen zu töten, aber er kam nie zurück.“ Der Junge hatte Mitleid mit ihr.

„Auch ich habe mich auf den Weg gemacht um den Drachen zu töten. Ich verspreche dir, dass ich es schaffen und zurück kommen werde.“ Die Frau lächelte ihn an. „Danke, das ist sehr lieb von dir. Komm, ich gebe dir eine anständige Rüstung, so kannst du nicht in den Kampf ziehen.“ Die Rüstung glänzte silbern. Sie gab ihm noch etwas Proviant mit. Samuel legte die Rüstung an und machte sich auf den Weg. Nach einer langen Reise kam er zu einem Wald. Als er eine Lichtung fand, machte er ein Lagerfeuer und legte sich schlafen.

Wie in der Nacht zuvor wachte er um Mitternacht auf. Dieses Mal jedoch nicht auf Grund einer singenden Frau, sondern weil es immer heller wurde. Im ersten Moment dachte der Junge, dass das Feuer vielleicht größer geworden war, doch mitten auf der Lichtung stand ein Mädchen. Das Licht ging von diesem Mädchen aus – sie strahlte förmlich. „Hallo! Bist du eine Fee?“ fragte Samuel neugierig. „Nein, ich bin ein ganz normales Mädchen. Vor Jahren habe ich einen Pilz in der Nähe der Drachenhöhle gegessen und seither leuchte ich jede Nacht. Es tut mir leid, wenn ich dich geweckt habe.“ Der Junge bekam Mitleid mit dem armen Mädchen.

„Ich bin gerade auf dem Weg zur Drachenhöhle. Gibt es denn kein Heilmittel?“ Sie sah ihn erstaunt an. „Was willst du denn bei der Drachenhöhle? Doch, wenn ich das Wasser aus der Quelle trinken würde an der der Pilz wächst, dann würde ich nicht mehr leuchten. Leider ist die Quelle tief in der Höhle des Drachen verborgen und ich traue mich nicht mehr hinein.“ Das Mädchen begann zu weinen. „Gut, ich werde dir das Wasser der Quelle besorgen.“ „Ich danke dir! Du bist so mutig. Komm, ich gebe dir ein Schwert, dass ich auf meiner Wanderung durch den Wald gefunden habe.“ Das Schwert war scharf und glänzte, wenn das Licht des Mädchens auf es traf. Der Junge nahm es an und ging weiter. Endlich kam er am Fuß des Berges an. Er beschloss sich hinzulegen bevor er am nächsten Tag den Drachen besiegte.

Auch in dieser Nacht wurde er um Mitternacht geweckt. Er hörte einen Mann um Hilfe rufen. Neugierig ging er in die Höhle aus der die Hilferufe kamen. Dort saß ein Mann, der an die Felswand angekettet war. „Hallo! Wieso bist du hier angekettet?“ Vorsichtig kam Samuel näher. „Vor Jahren verließ ich meine Frau um den Drachen zu besiegen. Ich habe es nicht geschafft und darum hat der Drache mich hier angekettet. Bitte hilf mir! Ich würde so gerne zu meiner Frau zurück kehren.“ Der Junge sah sich um, aber er konnte den Schlüssel nicht finden.

„Wo ist der Schlüssel für deine Ketten?“ Da begann der Mann zu zittern. „Der Drache hat ihn um seinen Hals hängen. Um mich zu retten muss er erst besiegt werden. Hier hast du mein Schild. Bitte hilf mir!“ Der Junge nahm den Schild und wollte sich gerade auf den Weg weiter in die Höhle machen. „Stopp! Warte! Du kannst nicht gegen den Drachen gewinnen, wenn du seine Schwachstelle nicht kennst. Der Drache ist alt und sieht sehr schlecht. Greife ihn an, wenn morgens die Sonne aufgeht. Deine Rüstung ist so glänzend, dass sie ihn blenden wird. Dann kannst du ihn mit deinem Schwert niederstrecken.“

Also wartete der Junge bis er die ersten Vögel zwitschern hörte. Er machte sich auf den Weg zum Drachen. Gerade als die Sonne aufging, betrat er seine Höhle. Wie der Mann vorhergesagt hatte, war die Rüstung so glänzend, dass der Drache seine Augen schließen musste. Sofort war der Junge beim Drachen und erlegte ihn mit einem Schwerthieb. Er schnappte sich den Schlüssel, der um den Hals des Drachen hing und befreite den Mann. „Danke! Danke vielmals! Endlich kann ich meine Frau wieder sehen. Komm, lass uns gehen.“

Da fiel dem Jungen das leuchtende Mädchen auf der Lichtung wieder ein. „Warte, ich muss schnell Wasser aus der Quelle holen!“ Der Junge nahm sich einen Pokal aus dem Schatz des Drachen und ging damit zur Quelle. Als der Pokal bis oben hin voll war, gingen sie gemeinsam in den Wald um das Mädchen zu suchen. Um Mitternacht stand das Mädchen wieder an der Lichtung. Samuel gab ihr den Pokal und sie trank ihn aus. Mit jedem Schluck ließ das Leuchten nach. Überglücklich fiel sie dem Jungen in die Arme. „Ich danke dir! Komm mit mir und hole dir deine Belohnung ab!“ Samuel lehnte dankend ab. „Ich will keine Belohnung, ich will ein Ritter sein!“ Das Mädchen lächelte. „Darf ich euch ein Stück begleiten?“ Mann und Junge nickten. „Heute werden wir erst rasten, doch morgen gehen wir weiter.“ Das Mädchen war einverstanden.

Am nächsten Tag gingen sie zu dem See. Erstaunt blickte der Mann ihn an. „Woher weißt du, wo meine Frau lebt?“ Samuel lächelte erfreut. „In meiner ersten Nacht legte ich mich hier schlafen. Eine Frau saß auf einem Stein und sang ein trauriges Lied. Sie erzählte mir, ihr Mann wäre losgezogen um den Drachen zu töten. Sie gab mir eine Rüstung und Proviant mit und ich versprach ihr, dass ich den Drachen besiegen und zu ihr zurück kommen würde.“ In diesem Moment trat die Frau an den See. Als sie den Mann erblickte, begann sie zu weinen und fiel überglücklich in seine Arme. „Ich danke dir! Was möchtest du als Belohnung? Gold oder Ruhm?“

Der Junge verneinte und sagte erneut. „Ich will weder Gold noch Ruhm. Ich möchte ein Ritter sein!“ Der Mann nahm seine Frau in den Arm und sagte zu ihr. „Ich gehe in die Hauptstadt um den Wunsch des Jungen zu erfüllen. Ich werde zu dir zurück kommen, sobald er ein Ritter ist. Versprochen.“ Die Frau nickte und gemeinsam gingen die drei Weggefährten weiter. In der Hauptstadt angekommen ging Samuel zuerst zu seiner Familie. Diese war überglücklich, dass der Junge heil zurückgekehrt war. Die beiden Weggefährten gingen ihrer Wege, wollten aber am nächsten Tag zurück kommen. In dieser Nacht schlief der Junge tief und fest. Nichts und niemand weckte ihn auf.

Tags darauf klopfte es an die Tür. Eine Kutsche war gekommen um Samuel zum Schloss zu bringen. Er stieg ein und seine Aufregung wurde immer größer. Der Mann, den er gerettet hatte wartete vor dem Schloss auf ihn. „Komm, du wirst zum Ritter ernannt.“ Gemeinsam gingen sie in den Thronsaal. Dort saß das Mädchen, dass der Junge gerettet hatte und lächelte ihn an. Sie trug ein wunderschönes Kleid und eine Krone. Der Junge verbeugte sich eilig und sah das Mädchen dann verdutzt an. „Ja, ich bin die Prinzessin die vor Jahren verschwunden ist. Du hast mich gerettet und zum Dank wirst du nun in den Ritterstand erhoben.“ Sie schlug ihn zum Ritter und flüsterte ihm dann ins Ohr. „Mein Vater möchte mit dir reden.“

Als die Zeremonie vorbei war, folgte er der Prinzessin in den Schlossgarten. Dort saß der König auf einer Bank. „Ah! Da ist unser neuester Ritter und Held!“ Samuel verbeugte sich. „Ich möchte, dass du meine Tochter zur Frau nimmst. Jemand der so tapfer, edel, hilfsbereit und mutig ist sollte in Zukunft unser Land führen. Es wäre mir eine Ehre, wenn du meine Tochter heiraten würdest.“ Der Junge war perplex. Aus seinem Plan ein Ritter zu werden wurde nun die Möglichkeit König zu werden. „Ich bin nur ein einfacher Junge, der auszog um ein Ritter zu werden. Es wäre mir eine Ehre Eure Tochter zur Frau zu nehmen, doch bin ich nicht sicher, ob ich ein guter König wäre.“ Der König lachte. „Durch deinen Mut und deine Bescheidenheit hast du doch bereits alle Voraussetzungen dafür erfüllt. Lass uns eine Hochzeit planen!“

So kam es, dass der kleine Junge nicht nur einen Drachen tötete und Ritter wurde, sondern auch die Prinzessin heiratete und König wurde. Er war ein weiser und gerechter König, der stets das Wohl seiner Untertanen im Blick hatte. Seine Frau gebar ihm 3 wundervolle Kinder – einen Sohn und zwei Töchter. Unter seiner Herrschaft blühte das Land auf.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

8 Tipps um gelassener mit Kritik und Fragen umzugehen

Sobald man ein Kind hat geht eine neue Tür auf. Diese Türe führt nicht nur zu deinem neuen Alltag, all den wunderschönen und manchmal auch anstrengenden Momenten mit deinem Kind sondern leider auch zu Menschen, die sich ungefragt in dein bzw. euer Leben einmischen. Plötzlich befindest du dich in einer Position wo du dich für deine Entscheidungen rechtfertigen sollst und auch wenn Person A deine Erziehung ganz toll findet, du kannst sicher sein, dass mindestens Person Z sie total furchtbar findet. Was kannst du also tun um diesem Ansturm an Meinungen gelassener entgegen zu treten?

Warum ist mir dieses Thema so wichtig? Weil ich weiß wie es sich anfühlt, wenn man urplötzlich vor dem Gefühl steht sich rechtfertigen zu müssen. Vor allem die Frage „Was? Dein Kind kann XY noch nicht?“ lag mir immer sehr schwer im Magen. Darum habe ich mir ein paar Verhaltensweisen zusammen gesucht, welche ich heute mit euch teilen will.

Gelassenheit ist eine Grundeinstellung die eine ruhige Haltung hervorbringt. Das bedeutet aber auch, dass man Gelassenheit nicht lernen kann, sondern als Einstellung übernehmen muss.

Freya

Was ist Gelassenheit?

Doch beginnen wir mit den Basics. Was ist Gelassenheit eigentlich? Viele Menschen haben eine ungefähre Vorstellung davon, aber so eine richtige Definition haben sie nicht parat.

1) maßvolle Haltung, innere Ruhe, seelisches Gleichgewicht

2) unbeteiligte Haltung, gedankliche Ferne

Definition Gelassenheit

Ganz schön schwammig nicht wahr? Es gibt aber ein Wort, dass direkt ins Auge springt: Haltung. Ich definiere das Ganze ein wenig eingängiger: Gelassenheit ist eine Grundeinstellung die eine ruhige Haltung hervorbringt. Das bedeutet aber auch, dass man Gelassenheit nicht lernen kann, sondern als Einstellung übernehmen muss. Du kannst nicht vorgeben gelassen zu sein und es dauert eine Zeit, bis du wirklich gelassener wirst. Doch die Tipps sollten dir dabei helfen diese innere Haltung Stück für Stück zu übernehmen. Du musst dich im ersten Schritt nur dazu entscheiden gelassener zu reagieren. Dann übernimmst du nach und nach die Verhaltensweisen und nach einiger Zeit – je nach Temperament – bist du gelassener. Glaubt mir, wenn ihr normalerweise schnell in die Luft geht, dann kann das durchaus ein Weilchen dauern – doch es lohnt sich. Aber nun kommen die Tipps:

1. Atmen

Ja, das klingt irgendwie logisch und ein wenig zu einfach, aber es wirkt. Atme einmal gaaanz tief ein, halte für 1 Sekunde die Luft an und atme dann gaaaaaaaanz lange und tief aus. Das beruhigt ein wenig und gerade wenn du das Bedürfnis hast gleich in die Luft zu gehen, weil irgendjemand deine Entscheidungen und deine Methoden in Frage stellt und du es nicht mehr hören kannst – atme. Die Person dir gegenüber will dich im Normalfall nicht verletzen und wenn du explodierst, tut es dir vielleicht im Nachhinein leid. Wenn du nach ein Mal atmen noch nicht gelassener bist – einfach wiederholen, bis der erste Impuls weg ist. Danach kannst du überlegen, wie du reagieren willst.

2. Bedank dich

Okay, ich sage es gleich vorneweg – dieser Vorschlag ist manchmal nicht so leicht umzusetzen. Wenn dein Gegenüber dir eine Stunde lang erklärt, dass du total unverantwortlich bist, dann kann dir ein „Danke für deine Sorge.“ vielleicht nicht so einfach von den Lippen kommen. Das verstehe ich vollkommen. Doch ich gebe dir ein Beispiel – in meinem Umkreis gibt es eine Person, die sich furchtbare Sorgen um die sprachliche Entwicklung meines Kindes gemacht hat. Er hat mit fast 2 Jahren vor Personen, die er nicht regelmäßig sieht einfach nicht gerne gesprochen und sein Wortschatz war auch nicht durch irgendwelches Training übermäßig groß. Wir haben benannt was wir so im Alltag gebrauchen und sehen oder wenn unser Kleiner etwas wissen wollte. Mich hat diese Panik anfangs wirklich genervt. Dann fiel mir auf – die Person sorgt sich einfach. Also habe ich mein Ego beruhigt, versucht gelassener zu werden und habe mich bedankt. „Danke für deine Sorge. Unser Kleiner kann reden, er ist auch nicht faul, er will nur einfach hier nicht reden.“ Thema erledigt! Ganz viele Menschen wollen einfach nur hören, dass du ihren Standpunkt auch bedenkst bzw. hörst. Wodurch wir zu unserem nächsten Punkt kommen:

3. Überlege warum andere so handeln

Das ist einer der Punkte, der mir unglaublich geholfen hat. Ich habe mir immer überlegt – aus welchem Grund beharrt die Person jetzt auf diesem Thema? Ist es Sorge, Wut oder sogar Eifersucht? Ja, andere Menschen können auch bei Themen die Erziehung betreffen eifersüchtig sein. Vielleicht konnte diese Person damals nicht so erziehen wie du es jetzt tust und hätte das eigentlich viel lieber gemacht! Das Thema Alltagsplanung ist zum Beispiel so ein Fall. Viele Menschen reagieren sehr kritisch darauf, dass ich meinen Alltag nach meinem Kind richte. Oftmals kommt dann der Satz „Ja, na ich konnte das ja damals nicht.“ Genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Kritik wird nicht immer zu Dingen geäußert die wir schlecht finden, sondern auch oft zu Themen, die uns emotional berühren und die wir auch gerne gehabt hätten.

4. Setze Grenzen

Kommen wir zu schwereren Fällen, ich gebe wieder ein Beispiel. Du triffst dich mit jemandem und die andere Person kritisiert dich für alles was du tust. Dein Verhalten ist falsch, du bist nicht streng genug, du bist zu streng, du tröstest zu viel, du bemutterst, du stillst zu viel, du stillst zu wenig, du stillst gar nicht, du machst dieses oder jenes falsch – du weißt worauf ich hinaus will. Hier hilft es natürlich auch, sich zu überlegen warum die andere Person das tut, aber das reicht nicht aus. In solchen Fällen musst (!) du Grenzen setzen. Das geht auch liebevoll, aber du muss wirklich konsequent bleiben. „Du, ich verstehe, dass du vieles anders siehst. Ich danke dir für deine Ratschläge, aber ich fühle mich wohler wenn ich meinen Weg gehe. Belassen wir es dabei.“ Ganz einfach im Normalfall. Es kann sein, dass die andere Person noch weiter diskutieren will, dann musst du die Grenze nochmal deutlicher ziehen. „Wenn du nicht damit aufhörst, dann muss ich das Treffen beenden.“ Das sind übrigens nur Vorschläge – du kannst die Sätze bauen wie du willst. Wichtig ist nur – sei höflich, freundlich und bestimmt. Wenn du sofort in die Luft gehst und der anderen Person ins Gesicht schleuderst wo sie sich ihre Ratschläge hinstecken kann, dann ist das nicht unbedingt die eleganteste Lösung.

5. Akzeptieren

Erneut ein einfacher Vorschlag, der manchmal etwas schwer umzusetzen ist. Manchmal müssen wir einfach akzeptieren, dass andere Menschen andere Werte haben. Da kann man noch so oft erklären, zeigen, Statistiken zitieren – es hilft alles nichts. Dann muss man das einfach akzeptieren und auch hier vielleicht eine Grenze setzen. Wenn dir die Ratschläge zu viel werden, kannst du auch liebevoll sagen „Du, ich finde es toll, dass du mir helfen willst, aber deine Ratschläge passen leider nicht zu den Werten die ich leben will.“ Erneut heißt es – liebevoll, freundlich, höflich und bestimmt. Drucks nicht herum, red es nicht schön, dulde nichts was dir nicht gut tut. Du bist dafür verantwortlich, dass es dir gut geht.

6. Lächeln

Ich höre förmlich, wie einige denken „Hä?“ Wenn wir lächeln – und ich rede von einem echten Lächeln – dann hat das nachweislich einen positiven Effekt auf unsere Laune. Wenn du merkst, dass deine Laune in den Keller sinkt, dann lächle einfach mal. Denk an was Schönes, schau dein Kind an, denk an einen Witz oder mach sonst etwas, dass dich zum lächeln bringt. Das nimmt deiner Reaktion den Schwung, du kannst das Ganze vielleicht aus einer neuen Position betrachten, bist gelassener und besser gelaunt und außerdem – lächeln schadet nicht. Vielleicht lächelt dein Gegenüber ja zurück 😉

7. Du bist nicht dein Verhalten/Nimm es nicht persönlich

Klingt irgendwie logisch und trotzdem definieren sich so viele Menschen über ihr Verhalten. Ja, unser Verhalten entsteht aus unseren Werten, aber wir sind so viel mehr! Wenn dein Gegenüber also darüber redet, dass Langzeitstillen nicht gut ist, dann kritisiert er nicht dich, sondern dein Verhalten. Weil es so wichtig ist, sage ich es noch einmal – Du bist nicht dein Verhalten. Wenn du dir das wirklich bewusst machst, dann fühlst du dich nicht mehr so schnell angegriffen. Denn die andere Person kritisiert dich ja gar nicht! Du wirst vielleicht sagen – ja klar ist logisch, aber nimm dir Zeit und denke über diesen Punkt nach. Wenn dieser Satz nämlich aus deinem Verstand ins Herz gesickert ist, bist du so viel gelassener als vorher. Zu diesem Punkt habe ich sogar noch zwei Sätze für dich. Realität ist subjektiv. Jeder Mensch nimmt seine Realität durch den Filter seiner eigenen Erfahrungen/Prägungen/Muster wahr. Was für dich stimmt, kann für jemand anderen komplett falsch sein. Diese Erkenntnis führt direkt zu einer weiteren – Ist die andere Person wütend/traurig, hat das nichts mit dir zu tun. Gefühle kommen immer nur aus der eigenen Geschichte und aus dem eigenen Herzen. Eine andere Person kann zwar der Auslöser sein, aber die Gefühle sind immer die eigenen.

8. Reframing

Bedienen wir uns der Psychologie – Reframing ist eine beliebte Technik von Therapeuten. Mit dieser Technik verschiebst du automatisch den Fokus. Die Aufgabe bzw. Frage lautet „Was kann ich aus dieser Situation lernen?“ Du nimmst die Aufmerksamkeit durch diese Frage weg von dem Negativen und konzentrierst dich auf das Positive. Man kann aus fast jeder Situation etwas lernen und wenn es „nur“ ist, früher eine Grenze zu setzen oder dich mit bestimmten Menschen nicht einzulassen. Auch das sind Lektionen, welche wir lernen müssen.

So, das waren jetzt sehr viele Informationen die ich dir recht kompakt zusammengefasst habe. Einiges davon wirst du vielleicht erst einmal sacken lassen müssen und ich empfehle dir vor allem Punkt 7 vielleicht noch ein paar Mal zu unterschiedlichen Zeiten zu lesen. Ich habe selbst sehr lange damit gekämpft, wenn andere mich kritisiert oder mit unangenehmen Fragen bombardiert haben. Vor allem die Frage „Was? Dein Kind kann XY noch nicht?“ hat mich total fertig gemacht. Ich dachte dann immer, dass ich vielleicht etwas falsch gemacht habe. Dabei wusste ich eigentlich, dass jedes Kind sich auf seine eigene Art entwickelt. Erst als ich mir diese 8 Tipps zusammengeschrieben und diese vor allem auch angewendet habe, bin ich gelassener geworden. Vielleicht ist ja der eine oder andere Tipp dabei, den ihr noch nicht kennt oder den ihr noch nicht umsetzt.

Habt ihr noch weitere Tipps um gelassener zu werden oder zu bleiben? Wie geht ihr mit Situationen um, in denen ihr denkt euch rechtfertigen zu müssen?

Bericht über meine Fehlgeburt

Fehlgeburt – ein schwieriges und hoch emotionales Thema über das es meiner Meinung nach nicht genügend Informationen gibt. Als ich letztes Jahr mit dem Thema konfrontiert war, suchte ich stundenlang im Internet und fand nur wenige Berichte, die mir Mut machten. Ich hoffe mit meinem Bericht ein wenig dazu beitragen zu können, dieses Thema aus dem Schatten zu holen.

Achtung – Triggerwarnung! Der Beitrag ist ziemlich emotional. Ich denke das liegt in der Natur der Sache.

Mitte September haben wir festgestellt, dass wir schwanger sind. Die Freude war riesig. Wir hatten es ja nun schon eine Zeit lang versucht und endlich hatte es geklappt. Innerhalb weniger Minuten waren die wichtigsten Menschen informiert. Ich machte mich sofort auf die Suche nach einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin. Ich wollte ja eine Hausgeburt mit Hypnobirthing und daher achtete ich darauf, dass mein zukünftiger Gynäkologe nicht rein schulmedizinisch agiert. Tja, das hätte ich mir sparen können. Im Internet fand ich dann eine Gynäkologin die eigentlich perfekt hätte passen müssen. Ich machte mir einen Termin aus und war total aufgeregt. Ich wollte unbedingt so früh wie möglich hin, damit ich dieses Mal genauer weiß, in der wie vielten Woche ich bin.

Der Tag des Termins kam –
der 09.10.2018. – und ich wartete 2 Stunden trotz Termin. Puh, das war schon ziemlich nervig, aber gut, ich war ja immer noch in meiner Babyblase voller Vorfreude. Endlich wurde ich aufgerufen und es hieß ich wäre in der 5. Woche. Die Ärztin meinte zwar, das wäre jetzt nicht sicher und so genau zu sagen. Ich bot ihr an im Kalender nachzusehen welche Termine für die Empfängnis in Frage kamen, sie lehnte ab – vollkommen unnötig, das könne sie auch so. Da schrillten meine Alarmglocken, aber nur ganz leise und ich schob sie weg. Ich war ja noch in meiner Babyblase. Ich sollte in 2 Wochen wieder kommen für die erste Mutter Kind Pass Untersuchung. Erneut schrillten meine Alarmglocken – erneut schob ich sie weg. Laut Ärztin war alles okay und ich war in der 5. Woche, das stimmte mit meinen Berechnungen überein.

Der kleine Unfall

Die Woche darauf hatten wir Besuch und mein Verlobter wollte unbedingt ins Donauzentrum. Eigentlich wollte ich zu Hause bleiben, aber erneut hörte ich nicht auf mein Bauchgefühl. Ich ging mit. Mir war immer noch so schlecht von der Schwangerschaftsübelkeit. Bei Kind Nummer 1 war ich ja davon zum Glück verschont geblieben. Wir hatten ein paar tolle Stunden und irgendwann wurde der Sohnemann knatschig. Wir befanden uns im oberen Stockwerk und da unser Sohnemann Rolltreppen toll findet, ist mein Verlobter mit ihm auf einer gefahren. Dummerweise schob ich den Kinderwagen und musste ebenfalls die Rolltreppe für Rollstuhlfahrer nutzen. Da passierte der Unfall. Die beiden Männer in meinem Leben blieben einfach am Ende der Rolltreppe stehen und wichen nicht aus. Mein Instinkt setzte ein und um mein Kind nicht mit dem Kinderwagen zu rammen, lenkte ich ihn gegen die Bande.

Nur Sekunden später habe ich den Kinderwagen in den Bauch bekommen. Ich hatte fast sofort ziemliche Schmerzen im Unterleib und machte mir furchtbare Sorgen. Panisch lief ich aufs Klo um nachzusehen ob ich blutete – nichts. Ich war ein wenig beruhigter, doch die Schmerzen hörten nicht auf. Also setzte ich mich hin und wartete ab. Nach ungefähr 20 Minuten waren die Schmerzen verschwunden und ich hoffte das Beste. Wir überlegten ins Krankenhaus zu fahren, doch ich hatte die Woche darauf sowieso einen Termin bei meiner Frauenärztin, daher warteten wir einfach ab. Trotzdem blieb in meinem Kopf der Gedanke zurück – was wenn ich mein Kind damit getötet habe? Was, wenn ich jetzt eine Fehlgeburt habe?

Unsensible Frauenärztin

Die Woche darauf ging ich also mit meiner Mutter und meinem Kleinen zur Frauenärztin. Wir warteten erneut über eine Stunde – trotz Termin – und wurden recht genervt empfangen. Unser Kleiner war natürlich nicht mehr gewillt zu warten und anscheinend war meine Gynäkologin nicht sonderlich begeistert von seiner Anwesenheit. Als ich auf dem Stuhl saß, verging vielleicht eine Minute, dann kam die Diagnose „das Baby ist zu klein. Vermutlich ist es schon tot.“ Ich war vollkommen entgeistert. Die Ärztin hatte das Ultraschallgerät nicht eine Sekunde lang ruhig gehalten und man konnte auf dem Ultraschall nicht einmal die Fruchthöhle oder den Dottersack wirklich sehen, aber angeblich wusste sie, dass mein Kind tot war? Ich zog mich an und nahm die Überweisung ins Krankenhaus entgegen. Mein Kind war bereits wieder am quengeln und ich wollte nur mehr raus aus dieser Praxis. Einen erneuten Termin wollte sie auch nicht mehr ausmachen. Sie sah ja keinen Grund dafür. Auf der Überweisung stand „Missed Abort“ – Versteckte Fehlgeburt.

Gefühlswirrwarr

Es war, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Wir haben uns so sehr auf unser zweites Kind gefreut und nun sollte das Ganze schon vorbei sein? Obwohl die Ärztin die Woche nicht genau sagen konnte? Im Mutter-Kind-Pass standen interessanterweise, auch ganz andere Dinge, als sie mir gesagt hatte. Am 9.10. war ich gerade in der 5. SSW und nur 2 Wochen später schon in der 9. SSW? Ich wurde direkt nach der Übergabe der Überweisung mit den Worten „Ich gebe Ihnen den Mutter-Kind-Pass trotzdem mit“ verabschiedet, soll aber über Gymnastik aufgeklärt worden sein? Ehrlich gesagt fühlte ich mich veräppelt, war wütend und traurig. Ich glaubte der Ärztin nicht und beschloss, sie nie wieder aufzusuchen.

Auf ins Krankenhaus

Der nächste Tag war ein Feiertag, doch da es hieß, ich solle gleich am nächsten Tag ins Krankenhaus, fuhr ich hin. Nur um wieder nach Hause geschickt zu werden. Ich hatte keinerlei Beschwerden, daher solle ich am Montag wiederkommen. Gut, ab nach Hause und weiter bangen. Montag Vormittag war ich erneut im Krankenhaus und wartete fast 3 Stunden darauf, dass man mich endlich untersuchte und mir sagte, dass alles okay war. Als ich endlich in den Behandlungsraum „durfte“, war mir eiskalt. Ich zitterte und hoffte, dass die andere Ärztin sich geirrt hatte. Die Gynäkologin im Krankenhaus nahm sich Zeit und sah sich alles genau an. Sie meinte es könnte sein, dass mein Kind noch lebt und ich solle doch in 7-10 Tagen erneut kommen. Je später desto besser, denn dann sollte man auf jeden Fall bereits einen Herzschlag sehen können. Ich befand mich laut ihrer Rechnung gerade erst in der 6. SSW. Ich klammerte mich an diesen kleinen Hoffnungsschimmer und wartete brav 10 Tage ab. Jeden Tag betete ich darum – bitte keine Fehlgeburt, bitte lass mein Kind noch leben. Ich bin nicht gläubig, aber das half mir in dieser Zeit immens.

Ihr Kind ist tot …

Am 8.10. fuhr ich erneut ins Krankenhaus. Ich wartete erneut fast 3 Stunden und hoffte wirklich, dass alles in Ordnung war. In der Zwischenzeit war meine Schwangerschaftsübelkeit vollkommen verschwunden, ein schlechtes Zeichen. Endlich ging die Tür auf und ich wurde untersucht. Auch dieses Mal dauerte die Untersuchung einige Minuten, damit nichts übersehen wurde. „Es tut mir furchtbar leid, Ihr Kind ist tot.“ Das war der schlimmste Moment für mich. Ich hatte mich bisher an die Hoffnung klammern können, dass es vielleicht nur zu klein war um bereits einen Herzschlag zu haben. Dass mein Baby sich vielleicht nur hinter dem Dottersack versteckt hatte. Stundenlang habe ich Google befragt und Geschichten über falsch festgestellte und wirkliche Fehlgeburten gelesen. Ich kannte die Symptome und beobachtete meinen Körper und jedes Anzeichen argwöhnisch. Doch in dem Moment war auch meine letzte Hoffnung verschwunden, ich hatte es bereits geahnt und nun war es offiziell. Ich zog mich an und setzte mich dann neben die Ärztin. Sie erklärte mir, dass das leider „normal“ sei. Ungefähr ein Drittel der Schwangerschaften endeten mit einer Fehlgeburt. Ein schwacher Trost.

Ausschabung oder nicht?

Sie überfiel mich sofort damit, dass es für mich nur 2 Möglichkeiten gäbe. Dann korrigierte sie sich und meinte, es gäbe eigentlich nur eine. Die Ärztin fragte mich, wann ich Zeit hätte um die Ausschabung vornehmen zu lassen und ich machte wie in Trance einen Termin für die nächste Woche aus. Anschließend gab man mir eine Mappe mit wichtigen Informationen und schickte mich direkt zur Anästhesie-Anmeldung. Ich schrieb allen, die von der Untersuchung wussten. Dann brach ich im Gang zusammen. Ich weinte eine Zeit lang still vor mich hin. Die Fehlgeburt bedeutete, dass mein Kind wirklich tot war. Ich weinte um mein Kind, um meine Hoffnung, um den Verlust. Schon jetzt liebte ich mein ungeborenes Kind und es war einfach fort. Ich konnte es nicht fassen. Nach ein paar Minuten hatte ich mich wieder gefasst. Immerhin musste ich ja noch einige Formulare unterschreiben.

Bei der Anmeldung zur Anästhesie wartete ich erneut eine halbe Stunde. Ich füllte die notwendigen Fragebögen aus, wurde aufgerufen und dann durfte ich nach Hause. Endlich zu Hause angekommen, dämmerte mir langsam, dass ich mein Kind wirklich und wahrhaftig verloren hatte. Kaum war ich durch die Türe gekommen, musste ich erneut weinen.

Zusätzlich zu dem Verlust meines Babys kam noch der Stress der bevorstehenden Operation. Eigentlich wollte ich diese nicht durchführen lassen. Nicht nur, dass ich meinen Körper damit komplett umging und ihm die notwendige Arbeit abnahm, dass Kind selbst zu gebären. Nein, ich müsste dafür auch meinen Wirbelwind 3 Tage lang alleine lassen. Ich überlegte lange hin und her und beschloss, dass ich noch warten würde. Als der Tag der Anmeldung im Spital kam, hatte ich Fieber, also musste die Operation so oder so verschoben werden. Morgens rief ich auf der gynäkologischen Station an, wurde 3x hin und her geleitet, bis die Dame am anderen Ende der Leitung schlussendlich einfach meinen Namen aufschrieb. Ich wartete noch eine ganze Woche und dann setzten die Wehen ein.

Die Fehlgeburt

Am 20.11. setzten um kurz vor Mitternacht die Wehen ein. Kurz zuvor hatte ich mich noch per Whatsapp mit jemandem unterhalten und im nächsten Moment lief ich schon auf die Toilette. Insgesamt verbrachte ich 4 Stunden dort. Ich kann definitiv nicht empfehlen die Fehlgeburt auf der Toilette durchzustehen – nach einiger Zeit weiß man nicht mehr, wie man sitzen soll.

Mein Verlobter kümmerte sich in der Zwischenzeit großartig um unseren Kleinen und ich war froh, dass ich gewartet hatte. Ich will nichts beschönigen – es war blutig und es war genauso anstrengend wie eine normale Geburt. Ich hatte die Woche zuvor immer wieder mit mir gerungen und mir Vorwürfe gemacht. Hätte ich besser aufgepasst, wäre das alles nicht passiert. Nach der Fehlgeburt konnte ich jedoch endlich wirklich abschließen und fühlte mich fast befreit. Die ersten Wehen waren recht leicht, nach kurzer Zeit jedoch merkte ich, wie die Presswehen begannen. In den ersten 3 Stunden konnte ich mich kaum bewegen, weil ich innerhalb weniger Sekunden eine komplette Binde durch geblutet hätte. Mein Verlobter brachte mir mein Handy und gegen Ende hin einen Sitzhocker, damit ich mich zwischendurch beschäftigen bzw ablenken und abstützen konnte.

Als die Wehen weniger wurden, wagte ich es nach draußen um mir eine Decke zu holen. Außerdem holte ich mir etwas zu trinken und aß ein wenig Schokolade. Ich merkte, dass mein Kreislauf durch die Anstrengung schon sehr im Keller war, genauso wie bei meiner letzten Geburt. Naja, eine Fehlgeburt ist nun mal auch eine richtige Geburt. Lange war die Zeitspanne jedoch nicht, denn die Wehen begannen erneut und ich merkte, wie ich wieder begann stärker zu bluten. Als ich gegen 4:30 endlich davon überzeugt war, dass das Schlimmste vorbei war, ging ich direkt unter die Dusche und ins Bett.

Die Zeit danach

Entgegen meines Wissens sagte ich unser geplantes Thanksgiving-Essen jedoch nicht ab. Ich würde jeder Frau empfehlen sich die ersten Tage hinzulegen und auszuruhen. Ich hätte diese Zeit dringend gebraucht. Stattdessen stand ich stundenlang in der Küche. Andererseits hat der Abend mir auch gut getan, da ich mich von den Nachwehen ablenken konnte. Ab dem 23.11. verbrachte ich ungefähr eine halbe Woche fast nur sitzend oder liegend. Diese Zeit war sehr wohltuend. Ich konnte mich regenerieren und dadurch waren die Nachwehen erträglich.
Die Nachwehen haben nur sehr kurz angedauert und waren bereits nach 1 1/2 Wochen komplett verschwunden. Am 01.12. wurden die Blutungen endlich schwächer und nach ein paar weiteren Wochen waren sie dann endlich verschwunden.
Auch nach der Fehlgeburt hatte ich immer wieder Phasen in denen ich blutige Klumpen in meiner Binde fand, doch diese wurden immer weniger.

Die Nachkontrolle habe ich von einem anderen Frauenarzt machen lassen – am 10.01.2019. Laut der Gynäkologin die mich untersucht hat, war alles in Ordnung. Eventuell mit viel Fantasie war da noch ein ganz minimaler Rest zu finden, aber sie meinte, mein Körper würde das alleine regeln. Sie gab uns das Okay es wieder zu probieren. Sollte der Körper bereit sein, könnte es sofort klappen. Wäre mein Körper noch nicht bereit, dann wird es halt eine Weile dauern. Ich fragte nach, ob man noch ausschaben oder irgendwie nachhelfen müsste und sie verneinte vehement – zum Glück! Die Ärztin meinte, sie fände es schade, dass heute so viele Fehlgeburten direkt mit einer Ausschabung endeten und man dem Körper einfach Zeit geben müsse. Ich war froh, dass auch eine Ärztin meine Meinung zu diesem Thema teilte.

Hoffnung

Als ich auf der Suche nach Antworten war, gab es viele widersprüchliche Informationen und teilweise wurde einfach nur gesagt „geh zur Ausschabung und bring es hinter dich“. Die Entscheidung ob man auf die natürliche Fehlgeburt warten will oder nicht, sollte jede Frau selbst treffen können. Doch dafür benötigt man umfassende Informationen, die man leider von vielen Ärzten nicht bekommt. Ich wünsche jeder Frau in dieser Situation den Mut und die Kraft, die Aussagen der Ärzte erneut zu hinterfragen und nicht auf Aussagen wie „es gibt eigentlich nur eine Möglichkeit“ hereinzufallen. Zur Not kann man auch mehrere Ärzte hinzuziehen um wirklich sicher zu sein. Lasst euch nicht unterkriegen und geht den Weg, der sich für euch richtig anfühlt. Es ist egal ob euer Arzt/eure Ärztin euch versteht – niemand steckt in eurer Haut und weiß, welchen Weg ihr wählen solltet. Keiner kann beurteilen, womit ihr besser abschließen könnt. Ich hoffe einfach, dass mein Beitrag einigen dabei helfen kann, eine Entscheidung zu treffen.

Wenn das Kind keine Windel mehr will – Trocken werden

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Unser Wirbelwind ist ja ein sehr willensstarkes Kerlchen und ganz ehrlich – das finde ich großartig! Ich liebe es einfach, seinen starken Willen zu sehen und ihn dabei zu beobachten, wie er immer und immer wieder Neues ausprobiert, bis er es schließlich schafft und dann mit stolzem Blick zu mir schaut. Er weiß was er will, kommuniziert es und handelt dann auch danach. Das ist eine Eigenschaft die so vielen Erwachsenen fehlt! Ich hoffe wirklich, dass er seinen Willen behält. Aber das war ja eigentlich nicht das Thema, es war nur der Grund dafür. Unser Kleiner hat beschlossen – Windeln sind doof, wickeln ist doof und er will jetzt ab sofort keine Windel mehr. Nun standen wir also vor dem großen Thema – Trocken werden. Bisher hatte ich mich elegant darum herum bewegen können, aber es war ja klar, dass das nicht ewig so weiter gehen kann.

Wie alles begann

Mein Kind hat ein Recht darauf, alleine über seinen Körper zu bestimmen und wenn er „Nein“ sagt, dann hat das jeder zu akzeptieren – auch ich als Mama.

Freya

Angefangen hat das Ganze im Jänner. Aus dem schnellen und recht entspannten Wickeln wurde mal wieder ein Kampf. Ich war ein wenig irritiert, aber dachte es wäre vielleicht nur eine kurze Phase. Ich habe also wieder viel erklärt, abgelenkt und meine Wickelzeit erneut unterboten. Gäbe es einen Schnellwickel-Wettbewerb – ich hätte wirklich gute Chancen. Gebracht hat das Ganze aber nichts. Das Wickeln war weiterhin mehr Kampf als alles andere und ich überlegte hin und her, was ich nun machen soll. Gegen seinen Willen wickeln kommt für mich nicht in Frage. Mein Kind hat ein Recht darauf, alleine über seinen Körper zu bestimmen und wenn er „Nein“ sagt, dann hat das jeder zu akzeptieren – auch ich als Mama. Nun stand ich also vor einem kleinen Problem.

Ich vertrete die Einstellung – mein Kind weiß was es braucht und ich nehme ihn, seine Bedürfnisse und Wünsche ernst.

Freya

Die Stimme in meinem Kopf, die für althergebrachte Erziehung ist, sagte „er muss da jetzt durch und Ende“. Die zweite Stimme in meinem Kopf, die die Würde von meinem Kind unangetastet lassen will, sagte „so geht’s nicht mehr weiter, red mal mit deinem Kind“. Ich habe auf Stimme Nummer 2 gehört und einfach mal nachgehakt. Schmerzen hatte er keine, Ausschlag war auch nicht vorhanden. Auf die Frage „Magst du keine Windeln mehr?“ sagte er dann plötzlich „Ja.“ Man kann ja jetzt stundenlang darüber diskutieren ob ein Kind mit 20 Monaten so eine Entscheidung schon treffen kann oder nicht – ich finde schon. Ich vertrete die Einstellung – mein Kind weiß was es braucht und ich nehme ihn, seine Bedürfnisse und Wünsche ernst.

Startschwierigkeiten

So, ich saß da erstmal und schaute doof. Damit hatte ich nicht gerechnet. Wir hatten ein Töpfchen gekauft und das war anscheinend nicht gut genug, denn es wurde weitestgehend ignoriert. Klar, man hat sich mal drauf setzen lassen, aber von selbst auf dem Töpfchen sitzen bleiben und Pipi machen? Ne, das ist ja langweilig. Also musste eine andere Lösung her. Ab zu Google und mal nachsehen, was für Alternativen es gibt. Ich habe mich erinnert, dass meine kleine Schwester so eine bunte Leiter mit Aufsatz* hatte. Kurze Zeit später hatte ich gefunden was ich gesucht habe. Eine Woche später konnte ich den Aufsatz mit Leiter abholen und zu Hause angekommen wurde das Ding direkt ausprobiert.

Anfangs gab es ein paar „Schwierigkeiten“. Da wurde auf den Boden gepinkelt, das Sitzen bleiben war doof und das Klopapier wurde lieber zerfetzt als es zum abwischen zu benutzen. Wir haben diesen Sitz nun seit dem 13.02.. Immer wenn wir daran denken, fragen wir ob unser Kleiner aufs Klo muss und setzen ihn aufs WC. Nach 5 Tagen konnte er gezielt Pipi machen. Er forciert das richtig und man sieht ihm an wie stolz er ist, dass er nun Kontrolle über seine Blase hat. Auch das Abwischen kann er mittlerweile halbwegs – aber natürlich helfen wir ihm, damit sich nichts entzünden kann. Noch in der selben Woche wurde auch das große Geschäft schon auf dem WC erledigt. Mittlerweile gehen wir direkt nach dem Aufstehen gemeinsam aufs WC und bisher hat es immer super geklappt, dass er wartet bis er auf dem WC sitzt.

Ich muss sagen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass wir jetzt „schon“ mit dem „Töpfchentraining“ beginnen werden. Nach einiger Recherche habe ich herausgefunden, dass die meisten erst ab 3 Jahren Kontrolle über ihre Blase haben. Es stört mich allerdings überhaupt nicht, denn dann ersparen wir uns das Windeln kaufen bzw waschen. Zum Üben haben wir übrigens Höschenwindeln gekauft. Die sind mega praktisch, weil man sie einfach hoch- bzw. runterziehen kann und durch die kürzere Ausziehzeit auch weniger daneben geht. Wir werden fleißig weiter aufs WC gehen und ich werde euch informieren, wenn die Windel ein für alle Mal verschwindet. Da wir jedoch keinen Stress haben, wird es sicher noch ein wenig dauern.

Druck von außen

Ich hoffe sehr, dass euch diese Geschichte ein wenig Sicherheit gibt. An vielen Ecken und Enden habe ich schon gehört, dass das Kind mit 2 trocken sein muss. Ich solle doch endlich (!) mit dem Töpfchentraining anfangen. Das Kind muss so lange sitzen bleiben, bis es Pipi gemacht hat und dann erst darf das Kind unter viel Loben aufstehen. Das Thema verfolgt uns seit unser Kleiner ca. 6 Monate alt ist. Je älter unser Kleiner wurde, desto vehementer wurde die Forderung nach dem klassischen Töpfchentraining. Begleitet von „er muss es ja lernen“ über „spätestens im Kindergarten muss er trocken sein“.

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber der Gedanke an dieses Vorgehen bereitet mir Übelkeit. Ich soll mein Kind dazu zwingen sitzen zu bleiben, damit ich nicht mehr wickeln muss? Weil man das halt so macht? Nein danke! Klar, ich bin größer und stärker, aber muss ich mein Kind das wegen so etwas „unnötigem“ spüren lassen? Im Normalfall wird jedes Kind trocken, wenn der Zeitpunkt für diesen Schritt passt.

Ich wünsche mir, dass mein Kind weiß, dass sein Körper nur ihm alleine gehört und auch nur er allein darüber bestimmen darf.

Freya

Wenn euch solche Aussagen übrigens auch begegnen, dann sucht euch am Besten ein paar Studien heraus, die belegen können, dass Kinder erst, wenn sie körperlich so weit sind wirklich trocken werden können und das klassische Töpfchentraining nicht gut ist. Damit habe ich so viele Diskussionen abwenden können, weil Studien einfach einen ganz anderen Status haben als Mütter, die diese wieder geben. Wenn ihr ein paar weitere Informationen haben wollt, dann lege ich euch diesen Artikel vom Gewünschtesten Wunschkind ans Herz. Der Artikel ist wirklich Gold wert!

Ich wünsche mir, dass mein Kind weiß, dass sein Körper nur ihm alleine gehört und auch nur er allein darüber bestimmen darf. Wenn er nein sagt, dann muss ich das akzeptieren. Genauso wie er mein nein akzeptiert. Auch, bzw gerade (!) Kinder haben Rechte und wir sollten sie beschützen. Ich hoffe, dass euer „Töpfchentraining“ auch so entspannt beginnt und ihr ebenfalls den gewaltfreien Weg zum Trocken werden wählt.

Sind eure Kinder schon trocken? Wie habt ihr das gehandhabt?

Von meiner These zu Hypnobirthing und der selbstbestimmten Geburt

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Ihr werdet gleich merken – da stecken ganz viele Emotionen in dem Post. Meine erste Geburt verlief leider nicht so schön. Ich wurde von den Anwesenden nicht ernst genommen und mir wurde eine Behandlung aufgedrängt, zu der ich ganz explizit „Nein“ gesagt habe. Darum ist es mir eine Herzensangelegenheit, dass jede Frau weiß, dass sie entscheiden darf, soll und sogar muss! Nicht nur für sich selbst sondern auch für ihr Kind. Viele Frauen zehren sehr lange an Geburtstraumata und diese können die Beziehung und Bindung zum Kind massiv beeinträchtigen. Darum bitte ich euch – steht für euch und eure Rechte ein.

Die Überschrift verrät es ja schon – es geht um Hypnobirthing. Ich habe das Buch dazu bereits durchgelesen und dachte an so vielen Stellen „Ja! Genau das ist es!“ Ich hatte so viel Aha-Erlebnisse und wieso man heutzutage teilweise so rücksichtslos mit den Bedürfnissen der gebärenden Frauen umgeht wird so einfach erklärt und dargestellt – definitiv lesens- und empfehlenswert. Doch das ist ja heute nicht der Hauptpunkt. Nein, es geht um meine These zu dem Thema.

Warum ich davon überzeugt bin, dass Hypnobirthing funktioniert

Man liest ja an vielen Stellen Erfahrungsberichte zu diesem Thema. Ganz viele sind total begeistert, andere sagen es hat geholfen, aber die Schmerzen nicht genommen und dann gibt es noch die, die total enttäuscht sind. Wie kommt es, dass das für einige funktioniert und andere nicht? Wieso darf nur ein Teil der Frauen ohne Schmerzen und selbstbestimmt gebären? Was zur Hölle ist der Unterschied?

Bevor ich euch jetzt schreibe was der Unterschied ist, sage ich euch eines – es ist einfach. Es ist so verdammt einfach, dass ihr wahrscheinlich dazu geneigt seid den Beitrag einfach zu schließen, die Augen zu verdrehen und es zu vergessen. Doch ich bitte euch inständig – lest den gesamten Beitrag zu Ende. Wirklich, es ist wichtig, weil es nicht nur auf Hypnobirthing anwendbar ist! Es kann euer gesamtes Leben auf den Kopf stellen. Ja ich weiß, ich verspreche viel – aber nichts, was ich nicht halten kann 😉

Der Glaube kann Berge versetzen

Der Unterschied zwischen diesen drei Gruppen ist folgendes – der Glaube daran, dass es wirkt. Wenn eine Frau sich dieses Buch kauft oder einen Kurs dazu macht und ernsthaft daran glaubt, dass es wirklich möglich ist und auch sie eine schmerzfreie und selbstbestimmte Geburt haben kann, dann wird sie Himmel und Hölle dafür in Bewegung setzen. Ja, so einfach ist das. Das ist der wichtige erste Schritt.

Von nichts kommt nichts

Was kommt nach dem Glauben? Das Tun. Ja, man muss auch wirklich etwas dafür tun. Man muss Zeit und eventuell auch Geld investieren. Die Übungen müssen wirklich regelmäßig gemacht werden und zwar nach den Angaben die im Buch stehen. Nicht „ach, wenn ich die Übungen 1-2 Mal mache und vor der Geburt noch 1-2 Mal dann wird das schon.“ Mädels, kneift eure Pobacken zusammen, setzt euch hin und macht die Übungen mindestens 3 Monate lang jede Woche mindestens 3 mal!

Ihr schafft es nicht euch in eurem normalen Leben, dass hoffentlich nicht so stressig ist hinzusetzen und die Übungen zu machen und erwartet dann, dass es während der Geburt klappt? Ihr könnt nicht nichts tun und dann denken, dass es in einer Extremsituation funktioniert in der ihr im schlimmsten Fall auch noch alleine seid und die Ärzte euch zu etwas drängen wollen, was ihr nicht wollt! Bitte bitte macht die Entspannungsübungen. Gerade in der heutigen Zeit in der wir uns so selten entspannen können, müssen wir Entspannung üben. Mit jedem Mal wird die Entspannung tiefer und es geht schneller. Ihr wollt eine entspannte Geburt – dann übt die Entspannung.

Methode oder Haltung?

Schritt Nummer 3 – Hypnobirthing ist keine Methode, es ist eine innere Haltung. Was meine ich mit innerer Haltung? Hypnobirthing ist mehr, als eine Möglichkeit eine angenehme Geburt zu haben. Es geht um den Blick auf die Geburt und die Frau als Gebärende. Es geht um das Vertrauen in seinen Körper und die Natur. Hypnobirthing ist so viel mehr als nur atmen und entspannen.

Die vorgeschlagenen Techniken lassen sich auch prima in den Alltag integrieren. Warum ist es so schwer die Haltung anzunehmen? Weil wir mit anderen Glaubenssätzen aufgewachsen sind. Deswegen erfordert es viel Zeit und Willenskraft seine Haltung zu ändern. Wenn ihr eine entspannte Geburt wollt, dann um Gottes Willen, entspannt euch regelmäßig. Ja, unsere Gesellschaft bringt uns von klein auf bei, dass wir alles sofort haben können und alles schnell geht, aber so läuft das nun mal leider nicht. Wenn ihr jeden Tag Stress habt und euch nicht in eine entspannte Haltung begeben könnt, dann klappt Hypnobirthing auch nicht. Ihr befindet euch in einem Zustand von Dauer-Stress und auch Entspannung will wie gesagt gelernt sein. Nehmt euch die Zeit, ihr werdet es nicht bereuen.

Ihr müsst loslassen, auf euren Körper und die Natur vertrauen, ihr müsst euch entspannen können.

Freya

Zusammengefasst heißt das: Ihr müsst es wollen, ihr müsst daran glauben, ihr müsst etwas dafür tun und dann müsst ihr euch im richtigen Moment daran erinnern. Klingt zwar anstrengend, aber es heißt nicht umsonst der Wille kann Berge versetzen. Wenn ihr irgendwo in euch noch einen kleinen Zweifel spürt, der sagt „das kannst du eh nicht“ oder „das ist Schwachsinn“, dann kann es sein, dass es nicht funktioniert. Denn dann fehlt euch der Glaube. Ihr müsst loslassen, auf euren Körper und die Natur vertrauen, ihr müsst euch entspannen können. Es hilft nichts, wenn ihr die Übungen macht und in euch dauernd diese kleine nervige Stimme lacht, weil das ja eh nicht funktionieren wird. Bringt diese Stimme zum Schweigen.

Umgebt euch mit Menschen die euch unterstützen bei diesem Vorhaben. Wisst ihr wie oft ich schon gehört habe „das funktioniert nicht“? Ich ignoriere diese Menschen einfach. Wieso sollte ich auch auf jemanden hören, der sich mit dem Thema nie beschäftigt hat? Also Mädels – ihr wollt eure Traumgeburt? Holt sie euch, ich bin mir absolut sicher, dass es funktionieren wird. Ich beginne jetzt schon mit Entspannungsübungen, damit ich wenn es soweit ist meine Traumgeburt haben kann. Ich meditiere, ich mache geführte Hypnosen und ich mache PMR. Es lohnt sich jetzt schon, denn ich bin viel entspannter, ruhiger und ruhe in mir.

Es hilft nichts, wenn ihr die Übungen macht und in euch dauernd diese kleine nervige Stimme lacht, weil das ja eh nicht funktionieren wird. Bringt diese Stimme zum Schweigen. Umgebt euch mit Menschen die euch unterstützen bei diesem Vorhaben. Wisst ihr wie oft ich schon gehört habe „das funktioniert nicht“? Ich ignoriere diese Menschen einfach. Wieso sollte ich auch auf jemanden hören, der sich mit dem Thema nie beschäftigt hat? Also Mädels – ihr wollt eure Traumgeburt? Holt sie euch, ich bin mir absolut sicher, dass es funktionieren wird. Ich beginne jetzt schon mit Entspannungsübungen, damit ich wenn es soweit ist meine Traumgeburt haben kann. Ich meditiere, ich mache geführte Hypnosen und ich mache PMR. Es lohnt sich jetzt schon, denn ich bin viel entspannter, ruhiger und ruhe in mir.

Die selbstbestimmte Geburt

Gibt es noch einen Tipp um das Ganze begreiflicher zu machen? Vielleicht – was bedeutet denn eine selbstbestimmte Geburt eigentlich? Selbstbestimmt – das sagt ja schon ganz viel aus. Man bestimmt etwas selbst. Da schwingt auch Verantwortung mit, der Glaube daran, dass man etwas bestimmen darf/kann/soll, dass man Grenzen setzt und andere diese respektieren. Ihr seht in diesem einen kleinen Wort steckt ganz viel und vor allem ganz viel Macht. Ihr bestimmt darüber, wie ihr euer Kind auf die Welt bringt. Keine Hebamme, kein Arzt, kein Mann und keine Frau hat das Recht euch zu sagen wie eure Geburt ablaufen soll.

Heutzutage gehen viele davon aus, dass die anderen es besser wissen. Sie haben ja so viel Erfahrung damit. Ja, es kann sein, dass ein Arzt viel Erfahrung mit Geburten hat. Doch es kann auch sein, dass er persönlich Kaiserschnitte bevorzugt. Wenn ihr keinen Kaiserschnitt wollt, an so einen Arzt geratet und dann in der Geburt vor eine Wahl gestellt werdet, ohne Unterstützung und mit der Präferenz des Arztes im Hinterkopf, dann kann es leicht passieren, dass ihr einer Behandlung zustimmt, die ihr eigentlich nicht wollt.

Das heißt nicht, dass jeder Arzt Kaiserschnitte bevorzugt oder dass Kaiserschnitte schlecht sind! Das ist nur ein Beispiel dafür, was passieren kann, wenn ihr euch im Vorhinein keine oder nicht ausreichend Gedanken über eure Geburt macht. Macht euch einen Plan, nehmt euch eure Hebamme beiseite oder euren Gynäkologen und besprecht eure Optionen – alle Optionen! Jeder Mensch hat Präferenzen und dann wird eine Option vielleicht unter den Tisch fallen, nicht aus Bosheit sondern weil man sie vergisst oder für irrelevant erachtet. Informiert euch über alle Wege, Behandlungen, Eingriffe und Methoden.

Hypnobirthing heißt ja nicht – ihr müsst auf natürlichem Weg, ohne Schmerzmittel und zu Hause gebären. Es heißt – ihr habt die Wahl.

Freya

Nur wenn ihr alle Informationen habt könnt ihr euch auch entscheiden. Hypnobirthing heißt ja nicht – ihr müsst auf natürlichem Weg, ohne Schmerzmittel und zu Hause gebären. Es heißt – ihr habt die Wahl. Ihr dürft euch entscheiden was sich für euch richtig und sicher anfühlt. Ihr wollt im Krankenhaus mit PDA entbinden? Tut das! Ihr wollt unbedingt einen Kaiserschnitt – okay! Am liebsten würdet ihr zu Hause bleiben? Dann sucht euch eine Hausgeburtshebamme die euch unterstützt.

Es ist so ungeheuer wichtig, dass ihr euer Recht auf eine selbstbestimmte Geburt einfordert. Nur durch die Änderungen im Kleinen wird sich auch im Großen etwas ändern. Nur wenn wir auf unsere Rechte bestehen, können wir unsere Grenzen verteidigen!

Du willst dich in das Thema Hypnobirthing einarbeiten? Dann besorg dir direkt das Buch*.

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