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Unser Wirbelwind ist ja ein sehr willensstarkes Kerlchen und ganz ehrlich – das finde ich großartig! Ich liebe es einfach, seinen starken Willen zu sehen und ihn dabei zu beobachten, wie er immer und immer wieder Neues ausprobiert, bis er es schließlich schafft und dann mit stolzem Blick zu mir schaut. Er weiß was er will, kommuniziert es und handelt dann auch danach. Das ist eine Eigenschaft die so vielen Erwachsenen fehlt! Ich hoffe wirklich, dass er seinen Willen behält. Aber das war ja eigentlich nicht das Thema, es war nur der Grund dafür. Unser Kleiner hat beschlossen – Windeln sind doof, wickeln ist doof und er will jetzt ab sofort keine Windel mehr. Nun standen wir also vor dem großen Thema – Trocken werden. Bisher hatte ich mich elegant darum herum bewegen können, aber es war ja klar, dass das nicht ewig so weiter gehen kann.

Wie alles begann

Mein Kind hat ein Recht darauf, alleine über seinen Körper zu bestimmen und wenn er „Nein“ sagt, dann hat das jeder zu akzeptieren – auch ich als Mama.

Freya

Angefangen hat das Ganze im Jänner. Aus dem schnellen und recht entspannten Wickeln wurde mal wieder ein Kampf. Ich war ein wenig irritiert, aber dachte es wäre vielleicht nur eine kurze Phase. Ich habe also wieder viel erklärt, abgelenkt und meine Wickelzeit erneut unterboten. Gäbe es einen Schnellwickel-Wettbewerb – ich hätte wirklich gute Chancen. Gebracht hat das Ganze aber nichts. Das Wickeln war weiterhin mehr Kampf als alles andere und ich überlegte hin und her, was ich nun machen soll. Gegen seinen Willen wickeln kommt für mich nicht in Frage. Mein Kind hat ein Recht darauf, alleine über seinen Körper zu bestimmen und wenn er „Nein“ sagt, dann hat das jeder zu akzeptieren – auch ich als Mama. Nun stand ich also vor einem kleinen Problem.

Ich vertrete die Einstellung – mein Kind weiß was es braucht und ich nehme ihn, seine Bedürfnisse und Wünsche ernst.

Freya

Die Stimme in meinem Kopf, die für althergebrachte Erziehung ist, sagte „er muss da jetzt durch und Ende“. Die zweite Stimme in meinem Kopf, die die Würde von meinem Kind unangetastet lassen will, sagte „so geht’s nicht mehr weiter, red mal mit deinem Kind“. Ich habe auf Stimme Nummer 2 gehört und einfach mal nachgehakt. Schmerzen hatte er keine, Ausschlag war auch nicht vorhanden. Auf die Frage „Magst du keine Windeln mehr?“ sagte er dann plötzlich „Ja.“ Man kann ja jetzt stundenlang darüber diskutieren ob ein Kind mit 20 Monaten so eine Entscheidung schon treffen kann oder nicht – ich finde schon. Ich vertrete die Einstellung – mein Kind weiß was es braucht und ich nehme ihn, seine Bedürfnisse und Wünsche ernst.

Startschwierigkeiten

So, ich saß da erstmal und schaute doof. Damit hatte ich nicht gerechnet. Wir hatten ein Töpfchen gekauft und das war anscheinend nicht gut genug, denn es wurde weitestgehend ignoriert. Klar, man hat sich mal drauf setzen lassen, aber von selbst auf dem Töpfchen sitzen bleiben und Pipi machen? Ne, das ist ja langweilig. Also musste eine andere Lösung her. Ab zu Google und mal nachsehen, was für Alternativen es gibt. Ich habe mich erinnert, dass meine kleine Schwester so eine bunte Leiter mit Aufsatz* hatte. Kurze Zeit später hatte ich gefunden was ich gesucht habe. Eine Woche später konnte ich den Aufsatz mit Leiter abholen und zu Hause angekommen wurde das Ding direkt ausprobiert.

Anfangs gab es ein paar „Schwierigkeiten“. Da wurde auf den Boden gepinkelt, das Sitzen bleiben war doof und das Klopapier wurde lieber zerfetzt als es zum abwischen zu benutzen. Wir haben diesen Sitz nun seit dem 13.02.. Immer wenn wir daran denken, fragen wir ob unser Kleiner aufs Klo muss und setzen ihn aufs WC. Nach 5 Tagen konnte er gezielt Pipi machen. Er forciert das richtig und man sieht ihm an wie stolz er ist, dass er nun Kontrolle über seine Blase hat. Auch das Abwischen kann er mittlerweile halbwegs – aber natürlich helfen wir ihm, damit sich nichts entzünden kann. Noch in der selben Woche wurde auch das große Geschäft schon auf dem WC erledigt. Mittlerweile gehen wir direkt nach dem Aufstehen gemeinsam aufs WC und bisher hat es immer super geklappt, dass er wartet bis er auf dem WC sitzt.

Ich muss sagen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass wir jetzt „schon“ mit dem „Töpfchentraining“ beginnen werden. Nach einiger Recherche habe ich herausgefunden, dass die meisten erst ab 3 Jahren Kontrolle über ihre Blase haben. Es stört mich allerdings überhaupt nicht, denn dann ersparen wir uns das Windeln kaufen bzw waschen. Zum Üben haben wir übrigens Höschenwindeln gekauft. Die sind mega praktisch, weil man sie einfach hoch- bzw. runterziehen kann und durch die kürzere Ausziehzeit auch weniger daneben geht. Wir werden fleißig weiter aufs WC gehen und ich werde euch informieren, wenn die Windel ein für alle Mal verschwindet. Da wir jedoch keinen Stress haben, wird es sicher noch ein wenig dauern.

Druck von außen

Ich hoffe sehr, dass euch diese Geschichte ein wenig Sicherheit gibt. An vielen Ecken und Enden habe ich schon gehört, dass das Kind mit 2 trocken sein muss. Ich solle doch endlich (!) mit dem Töpfchentraining anfangen. Das Kind muss so lange sitzen bleiben, bis es Pipi gemacht hat und dann erst darf das Kind unter viel Loben aufstehen. Das Thema verfolgt uns seit unser Kleiner ca. 6 Monate alt ist. Je älter unser Kleiner wurde, desto vehementer wurde die Forderung nach dem klassischen Töpfchentraining. Begleitet von „er muss es ja lernen“ über „spätestens im Kindergarten muss er trocken sein“.

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber der Gedanke an dieses Vorgehen bereitet mir Übelkeit. Ich soll mein Kind dazu zwingen sitzen zu bleiben, damit ich nicht mehr wickeln muss? Weil man das halt so macht? Nein danke! Klar, ich bin größer und stärker, aber muss ich mein Kind das wegen so etwas „unnötigem“ spüren lassen? Im Normalfall wird jedes Kind trocken, wenn der Zeitpunkt für diesen Schritt passt.

Ich wünsche mir, dass mein Kind weiß, dass sein Körper nur ihm alleine gehört und auch nur er allein darüber bestimmen darf.

Freya

Wenn euch solche Aussagen übrigens auch begegnen, dann sucht euch am Besten ein paar Studien heraus, die belegen können, dass Kinder erst, wenn sie körperlich so weit sind wirklich trocken werden können und das klassische Töpfchentraining nicht gut ist. Damit habe ich so viele Diskussionen abwenden können, weil Studien einfach einen ganz anderen Status haben als Mütter, die diese wieder geben. Wenn ihr ein paar weitere Informationen haben wollt, dann lege ich euch diesen Artikel vom Gewünschtesten Wunschkind ans Herz. Der Artikel ist wirklich Gold wert!

Ich wünsche mir, dass mein Kind weiß, dass sein Körper nur ihm alleine gehört und auch nur er allein darüber bestimmen darf. Wenn er nein sagt, dann muss ich das akzeptieren. Genauso wie er mein nein akzeptiert. Auch, bzw gerade (!) Kinder haben Rechte und wir sollten sie beschützen. Ich hoffe, dass euer „Töpfchentraining“ auch so entspannt beginnt und ihr ebenfalls den gewaltfreien Weg zum Trocken werden wählt.

Sind eure Kinder schon trocken? Wie habt ihr das gehandhabt?