Familie Freya

Elternschaft, Beziehung, Persönlichkeitsentwicklung

Monat: April 2019

Märchenstunde – Samuel der Ritter

Ich möchte heute ein Märchen mit euch teilen, dass ich meiner Urgroßmutter zum Geburtstag geschrieben habe. Vielleicht nicht ideal für Kleinkinder, aber meine Urgroßmutter war begeistert. Wenn mich die Muse erneut küsst, werde ich hoffentlich auch ein paar Geschichten für Kleinkinder schreiben und mit euch teilen.

Samuel der Ritter

Es war einmal ein kleiner Junge namens Samuel. Er träumte davon einmal ein großer und berühmter Ritter zu werden. Seine Familie konnte es sich jedoch nicht leisten ihm die Ritterschule zu bezahlen. Also machte er sich kurzerhand auf den Weg um einen Drachen zu erlegen. Immerhin musste man als echter Ritter auch einen Drachen erlegen! Er schnappte sich einen alten Schild, ein rostiges Schwert, ein wenig Proviant und ging in die Berge. Unterwegs kam er an einem See vorbei. Da es schon bald Nacht werden würde, beschloss der kleine Junge eine Rast einzulegen. Er machte ein Lagerfeuer, legte sich davor und schlief ein.

Gegen Mitternacht wachte Samuel auf – da sang jemand. Er sah sich um und entdeckte eine Frau auf einem Stein im Wasser. Samuel nahm all seinen Mut zusammen und ging näher heran. „Hallo! Wieso singst du denn so traurig?“ Die Frau sah ihn an. „Weißt du, ich warte schon so lange auf meinen Mann. Er hat sich auf den Weg gemacht den Drachen zu töten, aber er kam nie zurück.“ Der Junge hatte Mitleid mit ihr.

„Auch ich habe mich auf den Weg gemacht um den Drachen zu töten. Ich verspreche dir, dass ich es schaffen und zurück kommen werde.“ Die Frau lächelte ihn an. „Danke, das ist sehr lieb von dir. Komm, ich gebe dir eine anständige Rüstung, so kannst du nicht in den Kampf ziehen.“ Die Rüstung glänzte silbern. Sie gab ihm noch etwas Proviant mit. Samuel legte die Rüstung an und machte sich auf den Weg. Nach einer langen Reise kam er zu einem Wald. Als er eine Lichtung fand, machte er ein Lagerfeuer und legte sich schlafen.

Wie in der Nacht zuvor wachte er um Mitternacht auf. Dieses Mal jedoch nicht auf Grund einer singenden Frau, sondern weil es immer heller wurde. Im ersten Moment dachte der Junge, dass das Feuer vielleicht größer geworden war, doch mitten auf der Lichtung stand ein Mädchen. Das Licht ging von diesem Mädchen aus – sie strahlte förmlich. „Hallo! Bist du eine Fee?“ fragte Samuel neugierig. „Nein, ich bin ein ganz normales Mädchen. Vor Jahren habe ich einen Pilz in der Nähe der Drachenhöhle gegessen und seither leuchte ich jede Nacht. Es tut mir leid, wenn ich dich geweckt habe.“ Der Junge bekam Mitleid mit dem armen Mädchen.

„Ich bin gerade auf dem Weg zur Drachenhöhle. Gibt es denn kein Heilmittel?“ Sie sah ihn erstaunt an. „Was willst du denn bei der Drachenhöhle? Doch, wenn ich das Wasser aus der Quelle trinken würde an der der Pilz wächst, dann würde ich nicht mehr leuchten. Leider ist die Quelle tief in der Höhle des Drachen verborgen und ich traue mich nicht mehr hinein.“ Das Mädchen begann zu weinen. „Gut, ich werde dir das Wasser der Quelle besorgen.“ „Ich danke dir! Du bist so mutig. Komm, ich gebe dir ein Schwert, dass ich auf meiner Wanderung durch den Wald gefunden habe.“ Das Schwert war scharf und glänzte, wenn das Licht des Mädchens auf es traf. Der Junge nahm es an und ging weiter. Endlich kam er am Fuß des Berges an. Er beschloss sich hinzulegen bevor er am nächsten Tag den Drachen besiegte.

Auch in dieser Nacht wurde er um Mitternacht geweckt. Er hörte einen Mann um Hilfe rufen. Neugierig ging er in die Höhle aus der die Hilferufe kamen. Dort saß ein Mann, der an die Felswand angekettet war. „Hallo! Wieso bist du hier angekettet?“ Vorsichtig kam Samuel näher. „Vor Jahren verließ ich meine Frau um den Drachen zu besiegen. Ich habe es nicht geschafft und darum hat der Drache mich hier angekettet. Bitte hilf mir! Ich würde so gerne zu meiner Frau zurück kehren.“ Der Junge sah sich um, aber er konnte den Schlüssel nicht finden.

„Wo ist der Schlüssel für deine Ketten?“ Da begann der Mann zu zittern. „Der Drache hat ihn um seinen Hals hängen. Um mich zu retten muss er erst besiegt werden. Hier hast du mein Schild. Bitte hilf mir!“ Der Junge nahm den Schild und wollte sich gerade auf den Weg weiter in die Höhle machen. „Stopp! Warte! Du kannst nicht gegen den Drachen gewinnen, wenn du seine Schwachstelle nicht kennst. Der Drache ist alt und sieht sehr schlecht. Greife ihn an, wenn morgens die Sonne aufgeht. Deine Rüstung ist so glänzend, dass sie ihn blenden wird. Dann kannst du ihn mit deinem Schwert niederstrecken.“

Also wartete der Junge bis er die ersten Vögel zwitschern hörte. Er machte sich auf den Weg zum Drachen. Gerade als die Sonne aufging, betrat er seine Höhle. Wie der Mann vorhergesagt hatte, war die Rüstung so glänzend, dass der Drache seine Augen schließen musste. Sofort war der Junge beim Drachen und erlegte ihn mit einem Schwerthieb. Er schnappte sich den Schlüssel, der um den Hals des Drachen hing und befreite den Mann. „Danke! Danke vielmals! Endlich kann ich meine Frau wieder sehen. Komm, lass uns gehen.“

Da fiel dem Jungen das leuchtende Mädchen auf der Lichtung wieder ein. „Warte, ich muss schnell Wasser aus der Quelle holen!“ Der Junge nahm sich einen Pokal aus dem Schatz des Drachen und ging damit zur Quelle. Als der Pokal bis oben hin voll war, gingen sie gemeinsam in den Wald um das Mädchen zu suchen. Um Mitternacht stand das Mädchen wieder an der Lichtung. Samuel gab ihr den Pokal und sie trank ihn aus. Mit jedem Schluck ließ das Leuchten nach. Überglücklich fiel sie dem Jungen in die Arme. „Ich danke dir! Komm mit mir und hole dir deine Belohnung ab!“ Samuel lehnte dankend ab. „Ich will keine Belohnung, ich will ein Ritter sein!“ Das Mädchen lächelte. „Darf ich euch ein Stück begleiten?“ Mann und Junge nickten. „Heute werden wir erst rasten, doch morgen gehen wir weiter.“ Das Mädchen war einverstanden.

Am nächsten Tag gingen sie zu dem See. Erstaunt blickte der Mann ihn an. „Woher weißt du, wo meine Frau lebt?“ Samuel lächelte erfreut. „In meiner ersten Nacht legte ich mich hier schlafen. Eine Frau saß auf einem Stein und sang ein trauriges Lied. Sie erzählte mir, ihr Mann wäre losgezogen um den Drachen zu töten. Sie gab mir eine Rüstung und Proviant mit und ich versprach ihr, dass ich den Drachen besiegen und zu ihr zurück kommen würde.“ In diesem Moment trat die Frau an den See. Als sie den Mann erblickte, begann sie zu weinen und fiel überglücklich in seine Arme. „Ich danke dir! Was möchtest du als Belohnung? Gold oder Ruhm?“

Der Junge verneinte und sagte erneut. „Ich will weder Gold noch Ruhm. Ich möchte ein Ritter sein!“ Der Mann nahm seine Frau in den Arm und sagte zu ihr. „Ich gehe in die Hauptstadt um den Wunsch des Jungen zu erfüllen. Ich werde zu dir zurück kommen, sobald er ein Ritter ist. Versprochen.“ Die Frau nickte und gemeinsam gingen die drei Weggefährten weiter. In der Hauptstadt angekommen ging Samuel zuerst zu seiner Familie. Diese war überglücklich, dass der Junge heil zurückgekehrt war. Die beiden Weggefährten gingen ihrer Wege, wollten aber am nächsten Tag zurück kommen. In dieser Nacht schlief der Junge tief und fest. Nichts und niemand weckte ihn auf.

Tags darauf klopfte es an die Tür. Eine Kutsche war gekommen um Samuel zum Schloss zu bringen. Er stieg ein und seine Aufregung wurde immer größer. Der Mann, den er gerettet hatte wartete vor dem Schloss auf ihn. „Komm, du wirst zum Ritter ernannt.“ Gemeinsam gingen sie in den Thronsaal. Dort saß das Mädchen, dass der Junge gerettet hatte und lächelte ihn an. Sie trug ein wunderschönes Kleid und eine Krone. Der Junge verbeugte sich eilig und sah das Mädchen dann verdutzt an. „Ja, ich bin die Prinzessin die vor Jahren verschwunden ist. Du hast mich gerettet und zum Dank wirst du nun in den Ritterstand erhoben.“ Sie schlug ihn zum Ritter und flüsterte ihm dann ins Ohr. „Mein Vater möchte mit dir reden.“

Als die Zeremonie vorbei war, folgte er der Prinzessin in den Schlossgarten. Dort saß der König auf einer Bank. „Ah! Da ist unser neuester Ritter und Held!“ Samuel verbeugte sich. „Ich möchte, dass du meine Tochter zur Frau nimmst. Jemand der so tapfer, edel, hilfsbereit und mutig ist sollte in Zukunft unser Land führen. Es wäre mir eine Ehre, wenn du meine Tochter heiraten würdest.“ Der Junge war perplex. Aus seinem Plan ein Ritter zu werden wurde nun die Möglichkeit König zu werden. „Ich bin nur ein einfacher Junge, der auszog um ein Ritter zu werden. Es wäre mir eine Ehre Eure Tochter zur Frau zu nehmen, doch bin ich nicht sicher, ob ich ein guter König wäre.“ Der König lachte. „Durch deinen Mut und deine Bescheidenheit hast du doch bereits alle Voraussetzungen dafür erfüllt. Lass uns eine Hochzeit planen!“

So kam es, dass der kleine Junge nicht nur einen Drachen tötete und Ritter wurde, sondern auch die Prinzessin heiratete und König wurde. Er war ein weiser und gerechter König, der stets das Wohl seiner Untertanen im Blick hatte. Seine Frau gebar ihm 3 wundervolle Kinder – einen Sohn und zwei Töchter. Unter seiner Herrschaft blühte das Land auf.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

8 Tipps um gelassener mit Kritik und Fragen umzugehen

Sobald man ein Kind hat geht eine neue Tür auf. Diese Türe führt nicht nur zu deinem neuen Alltag, all den wunderschönen und manchmal auch anstrengenden Momenten mit deinem Kind sondern leider auch zu Menschen, die sich ungefragt in dein bzw. euer Leben einmischen. Plötzlich befindest du dich in einer Position wo du dich für deine Entscheidungen rechtfertigen sollst und auch wenn Person A deine Erziehung ganz toll findet, du kannst sicher sein, dass mindestens Person Z sie total furchtbar findet. Was kannst du also tun um diesem Ansturm an Meinungen gelassener entgegen zu treten?

Warum ist mir dieses Thema so wichtig? Weil ich weiß wie es sich anfühlt, wenn man urplötzlich vor dem Gefühl steht sich rechtfertigen zu müssen. Vor allem die Frage „Was? Dein Kind kann XY noch nicht?“ lag mir immer sehr schwer im Magen. Darum habe ich mir ein paar Verhaltensweisen zusammen gesucht, welche ich heute mit euch teilen will.

Gelassenheit ist eine Grundeinstellung die eine ruhige Haltung hervorbringt. Das bedeutet aber auch, dass man Gelassenheit nicht lernen kann, sondern als Einstellung übernehmen muss.

Freya

Was ist Gelassenheit?

Doch beginnen wir mit den Basics. Was ist Gelassenheit eigentlich? Viele Menschen haben eine ungefähre Vorstellung davon, aber so eine richtige Definition haben sie nicht parat.

1) maßvolle Haltung, innere Ruhe, seelisches Gleichgewicht

2) unbeteiligte Haltung, gedankliche Ferne

Definition Gelassenheit

Ganz schön schwammig nicht wahr? Es gibt aber ein Wort, dass direkt ins Auge springt: Haltung. Ich definiere das Ganze ein wenig eingängiger: Gelassenheit ist eine Grundeinstellung die eine ruhige Haltung hervorbringt. Das bedeutet aber auch, dass man Gelassenheit nicht lernen kann, sondern als Einstellung übernehmen muss. Du kannst nicht vorgeben gelassen zu sein und es dauert eine Zeit, bis du wirklich gelassener wirst. Doch die Tipps sollten dir dabei helfen diese innere Haltung Stück für Stück zu übernehmen. Du musst dich im ersten Schritt nur dazu entscheiden gelassener zu reagieren. Dann übernimmst du nach und nach die Verhaltensweisen und nach einiger Zeit – je nach Temperament – bist du gelassener. Glaubt mir, wenn ihr normalerweise schnell in die Luft geht, dann kann das durchaus ein Weilchen dauern – doch es lohnt sich. Aber nun kommen die Tipps:

1. Atmen

Ja, das klingt irgendwie logisch und ein wenig zu einfach, aber es wirkt. Atme einmal gaaanz tief ein, halte für 1 Sekunde die Luft an und atme dann gaaaaaaaanz lange und tief aus. Das beruhigt ein wenig und gerade wenn du das Bedürfnis hast gleich in die Luft zu gehen, weil irgendjemand deine Entscheidungen und deine Methoden in Frage stellt und du es nicht mehr hören kannst – atme. Die Person dir gegenüber will dich im Normalfall nicht verletzen und wenn du explodierst, tut es dir vielleicht im Nachhinein leid. Wenn du nach ein Mal atmen noch nicht gelassener bist – einfach wiederholen, bis der erste Impuls weg ist. Danach kannst du überlegen, wie du reagieren willst.

2. Bedank dich

Okay, ich sage es gleich vorneweg – dieser Vorschlag ist manchmal nicht so leicht umzusetzen. Wenn dein Gegenüber dir eine Stunde lang erklärt, dass du total unverantwortlich bist, dann kann dir ein „Danke für deine Sorge.“ vielleicht nicht so einfach von den Lippen kommen. Das verstehe ich vollkommen. Doch ich gebe dir ein Beispiel – in meinem Umkreis gibt es eine Person, die sich furchtbare Sorgen um die sprachliche Entwicklung meines Kindes gemacht hat. Er hat mit fast 2 Jahren vor Personen, die er nicht regelmäßig sieht einfach nicht gerne gesprochen und sein Wortschatz war auch nicht durch irgendwelches Training übermäßig groß. Wir haben benannt was wir so im Alltag gebrauchen und sehen oder wenn unser Kleiner etwas wissen wollte. Mich hat diese Panik anfangs wirklich genervt. Dann fiel mir auf – die Person sorgt sich einfach. Also habe ich mein Ego beruhigt, versucht gelassener zu werden und habe mich bedankt. „Danke für deine Sorge. Unser Kleiner kann reden, er ist auch nicht faul, er will nur einfach hier nicht reden.“ Thema erledigt! Ganz viele Menschen wollen einfach nur hören, dass du ihren Standpunkt auch bedenkst bzw. hörst. Wodurch wir zu unserem nächsten Punkt kommen:

3. Überlege warum andere so handeln

Das ist einer der Punkte, der mir unglaublich geholfen hat. Ich habe mir immer überlegt – aus welchem Grund beharrt die Person jetzt auf diesem Thema? Ist es Sorge, Wut oder sogar Eifersucht? Ja, andere Menschen können auch bei Themen die Erziehung betreffen eifersüchtig sein. Vielleicht konnte diese Person damals nicht so erziehen wie du es jetzt tust und hätte das eigentlich viel lieber gemacht! Das Thema Alltagsplanung ist zum Beispiel so ein Fall. Viele Menschen reagieren sehr kritisch darauf, dass ich meinen Alltag nach meinem Kind richte. Oftmals kommt dann der Satz „Ja, na ich konnte das ja damals nicht.“ Genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Kritik wird nicht immer zu Dingen geäußert die wir schlecht finden, sondern auch oft zu Themen, die uns emotional berühren und die wir auch gerne gehabt hätten.

4. Setze Grenzen

Kommen wir zu schwereren Fällen, ich gebe wieder ein Beispiel. Du triffst dich mit jemandem und die andere Person kritisiert dich für alles was du tust. Dein Verhalten ist falsch, du bist nicht streng genug, du bist zu streng, du tröstest zu viel, du bemutterst, du stillst zu viel, du stillst zu wenig, du stillst gar nicht, du machst dieses oder jenes falsch – du weißt worauf ich hinaus will. Hier hilft es natürlich auch, sich zu überlegen warum die andere Person das tut, aber das reicht nicht aus. In solchen Fällen musst (!) du Grenzen setzen. Das geht auch liebevoll, aber du muss wirklich konsequent bleiben. „Du, ich verstehe, dass du vieles anders siehst. Ich danke dir für deine Ratschläge, aber ich fühle mich wohler wenn ich meinen Weg gehe. Belassen wir es dabei.“ Ganz einfach im Normalfall. Es kann sein, dass die andere Person noch weiter diskutieren will, dann musst du die Grenze nochmal deutlicher ziehen. „Wenn du nicht damit aufhörst, dann muss ich das Treffen beenden.“ Das sind übrigens nur Vorschläge – du kannst die Sätze bauen wie du willst. Wichtig ist nur – sei höflich, freundlich und bestimmt. Wenn du sofort in die Luft gehst und der anderen Person ins Gesicht schleuderst wo sie sich ihre Ratschläge hinstecken kann, dann ist das nicht unbedingt die eleganteste Lösung.

5. Akzeptieren

Erneut ein einfacher Vorschlag, der manchmal etwas schwer umzusetzen ist. Manchmal müssen wir einfach akzeptieren, dass andere Menschen andere Werte haben. Da kann man noch so oft erklären, zeigen, Statistiken zitieren – es hilft alles nichts. Dann muss man das einfach akzeptieren und auch hier vielleicht eine Grenze setzen. Wenn dir die Ratschläge zu viel werden, kannst du auch liebevoll sagen „Du, ich finde es toll, dass du mir helfen willst, aber deine Ratschläge passen leider nicht zu den Werten die ich leben will.“ Erneut heißt es – liebevoll, freundlich, höflich und bestimmt. Drucks nicht herum, red es nicht schön, dulde nichts was dir nicht gut tut. Du bist dafür verantwortlich, dass es dir gut geht.

6. Lächeln

Ich höre förmlich, wie einige denken „Hä?“ Wenn wir lächeln – und ich rede von einem echten Lächeln – dann hat das nachweislich einen positiven Effekt auf unsere Laune. Wenn du merkst, dass deine Laune in den Keller sinkt, dann lächle einfach mal. Denk an was Schönes, schau dein Kind an, denk an einen Witz oder mach sonst etwas, dass dich zum lächeln bringt. Das nimmt deiner Reaktion den Schwung, du kannst das Ganze vielleicht aus einer neuen Position betrachten, bist gelassener und besser gelaunt und außerdem – lächeln schadet nicht. Vielleicht lächelt dein Gegenüber ja zurück 😉

7. Du bist nicht dein Verhalten/Nimm es nicht persönlich

Klingt irgendwie logisch und trotzdem definieren sich so viele Menschen über ihr Verhalten. Ja, unser Verhalten entsteht aus unseren Werten, aber wir sind so viel mehr! Wenn dein Gegenüber also darüber redet, dass Langzeitstillen nicht gut ist, dann kritisiert er nicht dich, sondern dein Verhalten. Weil es so wichtig ist, sage ich es noch einmal – Du bist nicht dein Verhalten. Wenn du dir das wirklich bewusst machst, dann fühlst du dich nicht mehr so schnell angegriffen. Denn die andere Person kritisiert dich ja gar nicht! Du wirst vielleicht sagen – ja klar ist logisch, aber nimm dir Zeit und denke über diesen Punkt nach. Wenn dieser Satz nämlich aus deinem Verstand ins Herz gesickert ist, bist du so viel gelassener als vorher. Zu diesem Punkt habe ich sogar noch zwei Sätze für dich. Realität ist subjektiv. Jeder Mensch nimmt seine Realität durch den Filter seiner eigenen Erfahrungen/Prägungen/Muster wahr. Was für dich stimmt, kann für jemand anderen komplett falsch sein. Diese Erkenntnis führt direkt zu einer weiteren – Ist die andere Person wütend/traurig, hat das nichts mit dir zu tun. Gefühle kommen immer nur aus der eigenen Geschichte und aus dem eigenen Herzen. Eine andere Person kann zwar der Auslöser sein, aber die Gefühle sind immer die eigenen.

8. Reframing

Bedienen wir uns der Psychologie – Reframing ist eine beliebte Technik von Therapeuten. Mit dieser Technik verschiebst du automatisch den Fokus. Die Aufgabe bzw. Frage lautet „Was kann ich aus dieser Situation lernen?“ Du nimmst die Aufmerksamkeit durch diese Frage weg von dem Negativen und konzentrierst dich auf das Positive. Man kann aus fast jeder Situation etwas lernen und wenn es „nur“ ist, früher eine Grenze zu setzen oder dich mit bestimmten Menschen nicht einzulassen. Auch das sind Lektionen, welche wir lernen müssen.

So, das waren jetzt sehr viele Informationen die ich dir recht kompakt zusammengefasst habe. Einiges davon wirst du vielleicht erst einmal sacken lassen müssen und ich empfehle dir vor allem Punkt 7 vielleicht noch ein paar Mal zu unterschiedlichen Zeiten zu lesen. Ich habe selbst sehr lange damit gekämpft, wenn andere mich kritisiert oder mit unangenehmen Fragen bombardiert haben. Vor allem die Frage „Was? Dein Kind kann XY noch nicht?“ hat mich total fertig gemacht. Ich dachte dann immer, dass ich vielleicht etwas falsch gemacht habe. Dabei wusste ich eigentlich, dass jedes Kind sich auf seine eigene Art entwickelt. Erst als ich mir diese 8 Tipps zusammengeschrieben und diese vor allem auch angewendet habe, bin ich gelassener geworden. Vielleicht ist ja der eine oder andere Tipp dabei, den ihr noch nicht kennt oder den ihr noch nicht umsetzt.

Habt ihr noch weitere Tipps um gelassener zu werden oder zu bleiben? Wie geht ihr mit Situationen um, in denen ihr denkt euch rechtfertigen zu müssen?

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