Gestern Abend war es soweit – wir haben abgestillt. Einerseits vermisse ich unsere Stillbeziehung, andererseits weiß ich – es war an der Zeit. Die Schwangerschaft hat mir durch Sodbrennen und Übelkeit zugesetzt, das Stillen wurde immer weniger und dadurch hatte ich immer öfter Milchstau.

Wenn das Stillen abnimmt

Das Ende unserer Stillbeziehung hat sich bereits angekündigt. Unser Kleiner kam immer seltener um zu stillen. Oft hat er nur morgens zum Aufstehen und Abends zum Einschlafen gestillt. Beides war mehr das Bedürfnis nach Nähe als Durst oder Hunger. Es war ein lieb gewonnenes Ritual und der Schlaf hat sich so leichter und schneller eingestellt. Beziehungsweise war es schön morgens noch ein wenig im Bett mit Mama zu kuscheln, bevor man in den Tag startet und Action sucht 😉 An manchen Tagen wurde tagsüber trotzdem auch gestillt, aber danach hat unser Kleiner eigentlich zu 90% noch etwas getrunken. Das waren für mich die ersten Anzeichen – es geht langsam dem Ende zu.

Weniger Stillen = Milchstau

Offensichtlich hatte mein Körper aber andere Pläne, denn auf Grund der selteneren Stillmahlzeiten und ein wenig zu viel Stress lag ich erst einmal einen Tag mit Milchstau flach. Innerhalb von 3 Wochen hatte ich ungefähr 7 solcher Tage und dann habe ich beschlossen – wir brauchen Pfefferminztee. Durch die Schwangerschaft habe ich immer nur eine Tasse getrunken, damit auch ja nichts passiert, aber offensichtlich haben die 3 Tassen Pfefferminztee und 1 Tasse Salbeitee ihre Arbeit getan – die Milch ist weg.

Abstillen

Ich habe dann meinem Kleinen zuliebe noch ein paar Tage weiter gestillt, aber weder er noch ich waren damit wirklich glücklich. Es kam keine Milch mehr, ich hatte immer ein schmerzhaftes Ziehen beim Stillen und er hatte Durst. Darum habe ich gestern Abend beschlossen – das war es jetzt. Abends habe ich meinem Kleinen erklärt, dass die Milch jetzt leer ist und er darum nicht mehr stillen kann. Er hat es noch ein paar Mal versucht und war natürlich ein wenig traurig, doch er hat es ziemlich schnell akzeptiert und ist auch ohne Stillen eingeschlafen. Auch heute Morgen wurde 2x gefragt und nach meiner Erklärung ist er einfach raus gegangen um zu spielen.

Gemischte Gefühle

Ehrlich gesagt sind meine Gefühle gemischt. Ich bin wirklich ein wenig traurig, weil ich eigentlich unseren Kleinen den Zeitpunkt wählen lassen wollte. Andererseits denke ich, dass er schon bereit war, da er überhaupt keinen Aufstand macht. Er nimmt es hin, kuschelt sich stattdessen an mich und macht weiter wie bisher – nur eben ohne Stillen. Gleichzeitig bin ich auch erleichtert, da eine weitere Anstrengung für meinen Körper weg fällt. In den ersten Monaten habe ich nur Gewicht verloren und erst jetzt nehme ich langsam zu. Das war bei meiner ersten Schwangerschaft ganz anders und daher war ich ziemlich besorgt. Jetzt erst, kann ich mich ein wenig entspannen. Dazu kommt ein wenig Angst, weil die Einschlafbegleitung durch das Stillen so massiv verkürzt wurde in den meisten Fällen. Jetzt besteht wieder die Möglichkeit, dass wir stundenlang im Bett liegen und unser Kleiner keine Ruhe findet. Das ist für uns alle immer sehr anstrengend.

Ich bin auf jeden Fall gespannt was noch kommt und froh, dass ich nicht auf andere gehört und die volle Verantwortung für mein Leben übernommen habe. Denn sonst hätte ich mit 6 Monaten bereits abgestillt und mir damit eine wunderschöne Zeit mit meinem Kind genommen. Ich will auch nicht ausschließen, dass die Stillbeziehung wieder beginnt, wenn das Baby da ist. Wenn er dann beschließt, dass er auch wieder diese Nähe möchte, werde ich wieder auf mein Bauchgefühl hören und danach entscheiden.