Weihnachten steht vor der Tür und nun beginnt bei einigen das große Backen. Ich backe bereits seit 2 Wochen jeden Sonntag und zwar mit unserem Kleinen. Damit das Ganze nicht in Stress ausartet und mehr Arbeit als Spaß macht, habe ich mir ein paar Notfall-Strategien zusammengeschustert mit denen das sonntägliche Backen leichter von der Bühne geht. Da ich oft die Frage gelesen habe „Wie machst du das mit Kind?“ teile ich sie einfach mit euch!

Vorbereitung ist alles

Das allerwichtigste zuerst – bereitet euch alles vor. Wirklich alles! Sucht euch das Rezept raus, stellt alles was ihr braucht raus, messt es am besten schon vorher ab und lest das Rezept gut durch. Bei Kleinkindern ist es mit der Geduld noch nicht so weit, dass man in Ruhe alles zusammensuchen kann. Da landet sonst schon mal zu viel Mehl im Teig und der Zucker gleich hinten nach obwohl der noch gar nicht dran ist. Oder der Salzstreuer stand in der Nähe und wird auch noch benutzt – macht man ja beim Kochen auch so, oder nicht? 😉 Räumt die Oberflächen frei, alles außer Reichweite was nicht in die Hände soll und stellt euch alles hin. Das erleichtert das Backen ungemein! Doch am allerbesten sind Teige die ihr schon mal schnell alleine macht, in den Kühlschrank stellen und später verarbeiten könnt. Dann erspart man sich das „Nein, das darf noch nicht hinein“ auch.

Ruhe bewahren

Sagt sich leicht, ich weiß. Ups, da ist doch zu viel Mehl im Teig gelandet – und nun? Entweder ihr könnt das Mehl wieder rauslöffeln oder ihr müsst eben ein wenig rechnen und mehr machen. Ist zwar mehr Arbeit, aber was soll’s. Immer noch besser als schlechte Laune bei allen Beteiligten. Das gilt übrigens auch für alle Fälle von „zu früh in den Teig gegeben“. Meistens kann man den Teig dann trotzdem noch retten und die Kekse schmecken auch gut.

Schnell(er) sein

Okay, ich gebe es zu – das widerspricht sich ein wenig, aber irgendwie auch nicht. Man kann auch ruhig schnell arbeiten. Wenn mein Kleiner Teig aussticht, dann muss ich wirklich schnell sein, denn sonst sind in den Ausstechformen gleich 4 Kekse übereinander und davon sind 3 abgeschnitten. Hier hilft wieder die Vorbereitung. Zuerst Backbleche (ja Mehrzahl!) herrichten, dann Teig ausrollen und erst danach die Ausstechformen geben. Denn sonst wird schon beim ausrollen gestochen was das Zeug hält – macht ja auch Spaß! Und wenn dann bei einem Keks ein Rand fehlt – who cares. Solange unser Kleiner Spaß dabei hat, ist es mir egal wie „perfekt“ die Kekse sind.

Keine hohen Erwartungen

Ich habe es im letzten Punkt schon erwähnt – oft fehlt ein Eckchen oder der Teddy hat nur ein Ohr. Perfektionismus ist beim backen mit Kleinkindern absolut tödlich. Wichtig ist der Spaß am Backen und nicht das perfekte Endergebnis. Wer perfekte Kekse will sollte definitiv lieber alleine backen. Dann gibt es keinen Stress. Man sollte auch nicht erwarten, dass das Kind jedes Mal mit backen will. Mein Kleiner liebt ausstechen, aber manchmal hat er gerade einfach keine Lust. Dann backe ich eben alleine. Kommt er am Ende dazu, reicht es meistens, wenn er einen Keks kosten kann und die Trauer über das nicht-ausstechen-können ist verflogen.

Weihnachtsmusik

Das hilft mir persönlich sehr dabei die Stimmung hoch zu halten – selbst wenn der Keksausstecher gerade 5 Keksteile übereinander hat oder der noch nicht ausgerollte Teig Löcher bekommt. Solange ich meine Lieblings-Weihnachtslieder dabei höre, kann ich das viel leichter wegstecken. Für euch ist das vielleicht die Tasse Punsch oder Glühwein, die die Weihnachtsstimmung hervorruft und entspannt. Dem einen oder anderen reicht schon das Kekse backen um tiefenentspannt mit allen Situationen umgehen zu können.

Eine helfende Hand

Ganz ehrlich – wenn noch jemand da ist, der nebenbei das Blech in den Ofen schiebt, die Uhr einstellt oder das Kind bei Langeweile beschäftigt, dann geht es einfach viel entspannter zu. Bei uns wird natürlich der Papa immer mal wieder mit eingebunden, doch das kann eigentlich jede Person sein. Hauptsache jemand hat ein Auge auf die Dinge, die man gerade nicht bedenken kann – wie zum Beispiel Backblech herausholen. Verbrannte Kekse sind nicht nur für Erwachsene frustrierend, sondern auch für die Kinder, die sich schon auf die Kekse freuen. Bisher haben meine Erklärungsversuche, warum diese Kekse nicht gegessen werden dürfen noch nicht so gefruchtet.

Das Backen ein wenig aufpeppen

Manchen Erwachsenen ist das gemeinsam Backen sehr wichtig und die Kinder wollen so überhaupt nicht. Da kann es helfen, wenn man das Backen ein wenig interessanter gestaltet. Je nach Alter kann zum Beispiel das Stofftier, die Puppe oder ein Tierchen mithelfen. Eventuell hilft es auch schon, wenn das Kind eine eigene Schürze und/oder Kochmütze bekommt, die es nur zum backen anziehen darf. Auch spezielle Backformen oder bunte Rezeptabwandlungen sind super für Kleinkinder geeignet! Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Exklusive Dinge machen das Backen auf jeden Fall um einiges interessanter. Ein weiterer Punkt hierbei ist Lob bzw. Anerkennung. Ein ehrlich gemeintes „Wow, das machst du super“ hilft auch sehr dabei die Lust aufs Backen zu steigern.

Nicht ausbessern

Ja, das ist manchmal echt hart, aber die Lust am Backen verfliegt recht schnell, wenn alles verbessert wird was man tut. Die Kleinen lieben es zu helfen und selbstständig etwas zu tun, wird aber immer wieder gesagt wie es „richtig“ geht und was man alles „falsch“ macht, ist der Frust schnell hoch und die Lust weg. Darum kann ich nur noch einmal erwähnen – kein Perfektionismus, wenn ihr mit Kindern backen wollt. Kleine Fehler machen das Endergebnis liebenswert und eure Kinder werden stolz sein auf das was sie geschafft haben. Beim nächsten Mal klappt es dann schon besser. Übung macht ja bekanntlich den Meister 😉

Nach dem Backen – Verzieren

Wenn ich sage „ich backe jetzt“ sind meine beiden Jungs oftmals furchtbar beschäftigt und nicht ansprechbar. Verzieren lieben sie allerdings beide. Dabei kann man sich austoben und da ich immer brav vorsorge, haben wir jede erdenkliche Art von Deko. Zuckerschrift, Schokoschrift, Glasur, Kuvertüre, Zuckerperlen in verschiedenen Farben und Formen, Nüsse, Schokostreusel, Mokkabohnen und noch viel mehr! Damit kann man sich so richtig austoben und dann stolz seine Kekse präsentieren.

Gut aufpassen

Sicherheit geht immer vor und da kann schon mal Frust entstehen. Wörter wie „heiß“ müssen sofort erfasst werden, sonst kann das Backen schon mal mit Brandblasen enden. Das wisst ihr natürlich alle schon, doch der Vollständigkeit halber erwähne ich es. Gerade als Elternteil weiß man ja, wie schnell kleine Kinder oftmals sind. Da ist die Hand am heißen Blech gelandet, der heiße Keks wird gegessen oder das scharfe Messer zum Hacken der Zutaten wurde geklaut. Sicherheit geht vor und da kann das Kind auch mal eben in den Hochstuhl verfrachtet werden, damit nichts passiert.

Habt ihr noch Tipps wie ihr das Backen mit Kleinkind gestaltet, damit alle Freude daran haben? Es hilft hier übrigens ungemein die Autonomiephase gelassener zu sehen. Das eröffnet einem ganz andere Möglichkeiten auf das Kind einzugehen.