Homeoffice mit Kind
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Homeoffice mit Kleinkind – 10 Überlebensstrategien Teil 1

Nachdem jetzt ganz viele Eltern in die Situation kommen, dass sie mit ihren Kleinkindern plötzlich zu Hause „eingesperrt“ sind, werde ich mal unsere Überlebensstrategien mit euch teilen. Unser Großer und ich sind ja bisher immer noch kindergartenfrei und auch uns fällt immer mal wieder die Decke auf den Kopf. Damit ich aber weiterhin liebevoll bleiben kann, habe ich mir einige Notfallstrategien zurecht gelegt. Vor allem in Hinblick auf die bald anstehende Geburt. Ich teile diese Strategien allerdings in mehrere Beiträge auf, da es sonst sehr leicht unübersichtlich wird. Gerade im Homeoffice kann es sehr schnell mal zu einer gefühlten Überlastung kommen – daher bitte gönnt euch Pausen. Versucht nicht straff irgendeinen Plan abzuarbeiten sondern nehmt die Dinge wie sie kommen.

1 Videoanrufe

An manchen Tagen brauche ich einfach wirklich ein paar Minuten Pause und dann wird ein Familienmitglied angerufen. Mal die Oma in Wien, mal die Oma in Deutschland, die Tante, die Urli, der Onkel, die Taufpatin, der Taufpate – wer auch immer gerade Zeit hat. Damit kann ich mein Kind erstmal ein paar Minuten jemand anderem „anvertrauen“ und in Ruhe tief atmen und meinen Kaffee/Tee trinken. Lange halten diese Pausen bei uns nicht an, aber es ist lange genug um meine erste Reaktion abzumildern. Selbst wenn niemand abhebt – das gemeinsame Warten und erklären entspannt die Situation bereits enorm und oftmals fallen durch diese kurze Pause schon wieder neue Strategien ein um die Situation zu lösen!

2 Raus gehen

Das ist in der jetzigen Zeit ehrlich gesagt meine absolute Notfalllösung für „uns fällt die Decke auf den Kopf und ich muss jetzt raus“. Wir haben keinen Garten und keinen Balkon, werden aber versuchen so viel wie möglich zu Hause zu machen. Doch hier und da wird auch für uns der Tag kommen an dem wir unseren Großen zu Hause zu gar nichts überreden können – dann werden wir eben raus gehen. Ich rede hier bitte nicht von Spielplätzen oder Unternehmungen mit anderen. Ich rede davon, dass man als Familie einfach mal um den Block geht und die Umgebung erkundet. Ja, auch das kann spannend sein. Dann geht man mal in eine Gasse in der man noch nie war, schaut was sich dort alles befindet oder was man finden und sehen kann. Oder man geht/fährt in einen nahe gelegenen Wald oder an einen Fluss/Bach. Es muss nicht immer der Spielplatz sein. Kinder finden immer etwas um sich zu beschäftigen. Auch sehr interessant kann es sein, das Kind einfach mal bestimmen zu lassen wo ihr hingeht.

3 Videos ansehen

Ja, auch das ist erlaubt um die Nerven zu schonen. Wenn das Kind eine Lieblingsserie hat, stört es auch nicht, wenn die Folge mehrmals hintereinander gesehen wird. Bevor man sich gegenseitig anblafft, finde ich Videos um einiges besser. Bei uns läuft z.B. Pocoyo und dann wird jedes Wort nachgesprochen, jeder Dialog auswendig gelernt und nachgemacht. Damit sitzt das Kind nicht nur vor dem Bildschirm sondern lernt aktiv dabei und setzt das Gesehene direkt um. Da wir keinen Fernseher haben, wird Mamas PC dafür okkupiert – das bedeutet es gibt zusätzlich noch eine Kuscheleinheit und Mama darf „mitspielen“ und bestätigen was gesehen wird. Doch oftmals beschäftigt sich unser Großer mit den Videos auch alleine – perfekt um die anfallenden Homeoffice-Aufgaben zu erledigen.

4 Puzzle

Bei uns stehen gerade Puzzle hoch im Kurs. Innerhalb weniger Wochen wurde aus „uninteressant“ und „zu schwer“ ein „Was? Nur 48 Teile?“. Mittlerweile werden die Puzzles sogar verkehrt herum gemacht – also mit der unbedruckten Seite nach oben. Wie auch immer er weiß wo was hingehört. Um das Ganze ein wenig aufzupeppen kann man mal gemeinsam puzzlen, mehrere Puzzles gleichzeitig machen oder auch einfach ein Puzzleteil untermischen das nicht dazu gehört. Hier sind der Kreativität eigentlich keine Grenzen gesetzt. Auch Puzzle sind bei uns eine gute Zeit um mal eben etwas im Homeoffice zu erledigen. Mitmischen dürfen wir sowieso nur selten 😉

5 Lernvideos

Unser Großer lernt zum Beispiel gerade ständig neue Wörter. Allerdings ist es doof wenn Mama etwas vorsagt. Darum laufen bei uns immer wieder Videos wo Farben, Tiere, Fahrzeuge, etc. Und wenn wir ganz ehrlich sind – manche Wörter in den Videos würden uns gar nicht einfallen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen meinem Kind „Ameisenbär“ vorzusagen – aber er kennt dieses Wort nicht nur sondern spricht es auch nach. Perfekt um nebenher im Homeoffice noch etwas zu erledigen. Man kann sich ja im Vorhinein eine Liste der beliebten Videos anlegen und diese dann einfach hintereinander abspielen lassen, dann muss man nicht einmal für ein neues Video mit der Arbeit aufhören.

6 Brettspiele

Wir haben mittlerweile einige verschiedene Spiele hier. Noch wird nicht nach den Regeln gespielt, aber unser Großer hat seine eigenen Regeln erfunden. Hat man gerade Ruhe/Zeit/Lust, dann kann man auch ganz einfach mal nach den Regeln des Kindes spielen. Im Normalfall zeigen gerade Kleinkinder sehr gerne was sie wollen und sind recht geduldig, wenn sie merken, dass der andere wirklich versucht die eigenen Regeln umzusetzen.

7 Fingerspiele

Das ist etwas was unser Großer bisher nie gemacht hat. Immer wenn ich versucht habe Fingerreime oder Fingerspiele mit ihm zu machen, ist er im wahrsten Sinne des Wortes davon gelaufen oder hat mir das Buch aus der Hand geschlagen. Erst durch Pocoyo haben wir 1 (!) Fingerspiel mit ihm machen dürfen – auf Englisch allerdings. Aber es gibt Kinder die Fingerreime ganz toll finden. Aufpeppen kann man diese Reime und Spiele mit Fingerpuppen (hat bei uns allerdings leider nicht geklappt).

8 Bücher lesen

Bücher waren bis vor einiger Zeit auch sehr uninteressant, aber vor einiger Zeit hat unser Großer entdeckt, dass man sich gegenseitig vorlesen kann. Mittlerweile kann ich die 4-seitigen Winnie Puuh Bücher schon auswendig und er auch. Doch er liebt es, wenn wir alle 3 gleichzeitig vorlesen. Ebenfalls beliebt sind die Tom Turbo Bücher. Vorlesen interessiert ihn nicht, aber ansehen. Die Bilder treffen wohl seinen Geschmack. Abends wird auch nicht aus einem Buch vorgelesen, sondern Mama oder Papa müssen die Geschichten auswendig erzählen. Da kommen dann schon mal ganz lustige Sachen heraus.

9 Basteln

Das ist etwas, was mit unserem Großen noch nicht wirklich geht ohne dass das absolute Chaos herrscht. Dafür ist er einfach zu aufgedreht und zappelig noch. Allerdings findet er es ganz großartig Mama beim Basteln zuzusehen, da er ganz genau weiß, dass die Sachen für ihn sind (meistens). Ich hole meine Bastelideen übrigens von Pinterest und Mama-Blogs. Schaut einfach was ihr zu Hause habt und sucht dann gezielt nach Bastelideen hierfür.

10 Singen

Das ist bei uns gerade absolut verboten – außer es werden Pocoyo Lieder gesungen. Alle anderen Lieder findet unser Großer gaaaaanz furchtbar. Solltet ihr übrigens keine Ahnung haben wie ein Lied geht oder keine Lust zum Singen haben, dann helfen auch hier Videos und CDs. Keine Sorge – irgendwann in ein paar Jahren sind die Ohrwürmer dann auch mal verschwunden 😉

Wenn die Emotionen hoch kochen

Mit Kleinkind im Homeoffice zu Hause und dann auch noch das Gefühl „eingesperrt“ zu sein – das ist eine explosive Kombination. Der absolute erste Notfalltipp ist – atmen. Wirklich einfach alles abbrechen was gerade läuft, tief ein- und ausatmen und zur Not auch einfach sagen „ich muss kurz raus“ und raus aus der Situation. Nicht noch eben das Chaos beseitigen, große Reden schwingen und erklären oder sonst etwas. Stoppen, atmen, raus, beruhigen. Sobald man sich selbst wieder im Griff hat, kann man zurück gehen, das Chaos beseitigen und erklären was gerade passiert ist. Wenn die Emotionen hoch kochen gilt immer – Safety first.

Was allerdings wenn der Partner/die Partnerin hoch kocht? Im Prinzip das selbe, nur geht man aktiv mit dem Kind aus der Situation. Nicht diskutieren, nicht zurechtweisen – „Schatz, bitte beruhige dich, ich kümmere mich erstmal hierum/um unser Kind.“ Wenn euer Partner/eure Partnerin wieder klar ist, kann man immer noch darüber reden.

Gerade für Eltern ist die Aufforderung zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte einzuschränken oftmals eine Herausforderung. Mit einem Mal fallen viele Betreuungsmöglichkeiten und Ruheinseln weg. Gleichzeitig soll neben dem Homeoffice auch die Kinderbetreuung voll übernommen werden. Sucht euch bitte mit euren Kindern gemeinsam Ruheinseln. Wechselt euch bei der Kinderbetreuung ab und schafft euch die Pausen die ihr braucht. Nutzt jede freie Minute bitte für euer Wohlbefinden, das ist wichtig! Nur wenn ihr euch wohl fühlt, könnt ihr diese Zeit auch ohne Lagerkoller überstehen. Sucht nach Alternativen, nutzt Social Media und tauscht euch aus. Zu Hause bleiben bedeutet nicht abgeschottet sein. Es gibt so viele Möglichkeiten und Alternativen und mit ein wenig Kreativität schaffen wir auch die Homeoffice-Zeit locker!

Weitere großartige Ideen findet ihr auf Instagram unter #spielenstattpanik. Egal ob es um Selfcare oder Spielideen geht – dort teilen ganz viele großartige Menschen ganz wunderbare Ideen!

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