Hier hatte ich ja bereits unsere ersten 10 Überlebensstrategien für die Zeit im Homeoffice mit euch geteilt. Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und weiß einfach nicht, wie man die Tage rum kriegen soll. Kinder wollen natürlich Aufmerksamkeit und nicht ständig alleine spielen und zwischendurch brauchen wir Erwachsenen einfach mal eine Pause vom ständigen bespaßen. Zum Glück schließt das Eine das Andere nicht aus. Es erfordert ein wenig Übung und Kreativität an manchen Stellen, aber mit der Zeit kann sich auch im Homeoffice mit Kleinkind ein Alltag einstellen.

1 Haushalt gemeinsam machen

Bei uns ist das bereits Alltag, für euch vielleicht eine Umstellung. Auch Kleinkinder können schon im Haushalt mithelfen – wenn sie das möchten! Wir räumen gemeinsam die Waschmaschine ein und aus, hängen die Wäsche auf, räumen den Geschirrspüler ein und aus, gießen die Blumen und räumen auf. Beim Betten überziehen wird gehüpft und getobt. Beim Spiegel putzen kriegt unser Großer einen Lappen mit Wasser und kann dann mitputzen. Beim Staubsaugen kann auch das Kind mal saugen oder beim Aufwaschen den Mopp schwingen. Alles jedoch bitte ohne Zwang und Erwartung – für Kleinkinder ist das ein Spiel! Klar, es ist oftmals viel mehr Arbeit als es alleine zu machen, aber euren Kindern gibt es ganz viel. Es steigert das Selbstbewusstsein, sie fühlen sich als hilfreicher Teil der Gemeinschaft und sie lernen spielerisch den Haushalt zu machen – was übrigens praktisch ist, wenn sie älter sind 😉

2 Kuschelhöhle

Rückzug ist wichtig – auch für Kleinkinder. Darum hat unser Großer jetzt einen abnehmbaren Vorhang unter dem Hochbett und bekommt auch abnehmbare Vorhänge an die Fenster vom Hochbett. Damit kann er selbst entscheiden ob er gerade Rückzug will oder nicht. Unter das Bett werden wir wieder eine Matratze und ein paar Kissen legen, damit er sich dort auch hinkuscheln kann, wenn er Ruhe braucht. So eine Kuschelhöhle kann aber auch super zum „Kuckuck“ spielen genutzt werden. Oder für das Versteckspiel. Zieht sich das Kind gerade zurück weil es eine Auszeit braucht, dann kann man diese Zeit auch super für Homeoffice nutzen.

3 Kissenschlacht

Euer Kind muss sich auspowern und ihr habt keine Ahnung wie ihr das zu Hause machen sollt? Versucht es mal mit einer Kissenschlacht. Dabei kann euer Kind ganz super Energie rauslassen und seine Kräfte mit euch messen. Und wenn Mama oder Papa dabei umfallen ist das Ganze noch viel schöner! Kissenschlachten helfen übrigens auch prima dabei die eigenen Energien und sogar Aggressionen spielerisch abzubauen. Natürlich auf spielerische Art und Weise und nicht aggressiv!

4 Bauklötze

Ein Spielzeug das immer geht und so viele Möglichkeiten bereithält. Man kann Türme bauen und wieder zerstören. Man kann Farben und Formen sortieren. Man kann dünne Klötze wie Dominosteine aufreihen und umfallen lassen. Es gibt so viel Möglichkeiten und man kann Bauklötze auch super mit anderen Spielsachen kombinieren. Zum Beispiel mit einer Eisenbahn und kleinen Figuren.

5 Schneideobst

Seit jeher beliebt – Schneideobst. Zum zweiten Geburtstag haben wir einiges bekommen und seitdem wird fleißig geschnitten und mittlerweile auch gekocht. Sehr praktisch ist es übrigens auch, wenn man gerade selbst kocht und das Kind gerade nichts tun kann. Dann kann man dem Kind einfach das Schneideobst geben um den Kochvorgang nachzustellen. Übrigens kann das Spiel in der Küche bzw. mit Schneideobst auch super für Homeoffice-Zeiten genutzt werden.

6 Abwechslung

Unser absoluter Geheimtipp – Spielzeug und Bücher abwechseln. Ich hatte irgendwann keine Lust mehr ständig aufräumen zu müssen, also habe ich begonnen Spielzeug wegzuräumen, welches nicht bespielt wird. Je größer der Bauchumfang desto weniger Spielzeug stand zur Verfügung. Sollte das Angebot einmal langweilig werden, werde ich einfach ein Spielzeug gegen ein anderes austauschen. Unseren Großen stört es überhaupt nicht. Im Gegenteil, er hat nun mehr Platz und kann sich besser mit den Dingen die da sind beschäftigen, weil ihn das volle Kinderzimmer nicht mehr überreizt. Zusätzlich fällt ein großer Teil der Aufräumarbeit weg, was mir wieder mehr Zeit gibt, die ich in andere Dinge investieren kann.

7 Backen

Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit ist backen. Egal ob Kuchen, Kekse, Brot oder Sonstiges. Zutaten abwägen, umschütten und umrühren ist einfach ein Hit. Einige Teige kann man auch ruhig vorbereiten und mehrere Tage im Kühlschrank ruhen lassen, bis man sie verbraucht. Kekse zum ausstechen sind noch einmal extra toll, denn das ausstechen macht einfach viel Spaß. Verschiedene Formen und dann vielleicht sogar noch verzieren – damit haben wir bisher schon einige Tiefs überwunden. Ein weiterer Vorteil ist – danach kann man gemeinsam das frisch gebackene Werk essen.

8 Filmabend

Bisher waren Filme zu lange und zu uninteressant, doch letzte Woche haben wir abends gemeinsam „Findet Nemo“ geschaut. Nachdem wir den ganzen Tag „ein Fisch“ und „Wasser“ zu hören bekommen haben, dachten wir, wir greifen das Interesse mal auf und machen uns einen gemütlichen Abend auf der Couch. Hin und wieder kann ein Filmabend mit Kind ganz toll sein um zu entspannen. Man kann auch wie im Kino Popcorn, Süßes, Getränk mit Strohhalm, Nachos oder was auch immer zu Hause ist anbieten und alles dunkel machen. Der Vorteil am Heimkino ist – man kann den Film jederzeit pausieren, wenn einer der Zuschauer keine Lust hat und Szenen überspringen oder noch einmal sehen.

9 Rollenspiele

Rollenspiele gibt es in mehreren Varianten. Jeder Elternteil kennt vermutlich das 0815 „du bist XY und ich AB“-Rollenspiel. Das ist ehrlich gesagt nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung, aber hin und wieder wird einfach nicht gefragt sondern ich darf raten warum mein Kind gerade meinen Kopf tätschelt oder einen Ball nach mir wirft. Eine zweite Variante ist jedoch vielleicht ein wenig unbekannter. Man kann zum Beispiel die Rollen einfach tauschen. Dann ist man selbst das Kind und das Kind der Erwachsene. Dann darf das Kind zum Beispiel das Glas mit Wasser füllen oder beim Anziehen helfen, die Zähne putzen oder die Haare kämmen. Diese Art Rollenspiel kann auch aufzeigen wie unser Kind diese Aktionen wahr nimmt.

10 Verstecken

Der Klassiker – verstecken. Egal ob mit oder ohne Zählen, ob gut versteckt oder nicht. Ich habe bisher kein Kleinkind erlebt, dass sich nicht gerne versteckt. Kuckuck spielen ist bei uns immer noch der absolute Renner – auch hinter dem durchsichtigen Vorhang 😉 Doch auch wenn Papa und Kind durch die Wohnung laufen und Papa sich dann versteckt wird freudig und gespannt gesucht und gejauchzt.

Alltag wiederfinden

Was viele Eltern und Kinder jetzt brauchen ist wieder ein Alltag und eine Routine. Feste Strukturen und zeitliche Abläufe an die man sich halten und an denen man sich auch ein wenig festhalten kann. Gerade im Homeoffice ist es wichtig ein wenig zu planen, doch mit Kleinkind ist Planung oft schwer. Dazu kommen dann noch Haushalt und das Wissen, dass man nicht so einfach raus und auf den nächsten Spielplatz kann. Geht das Kleinkind in den Kindergarten, dann ist das einfachste sich einfach ein wenig an den Alltag dort zu halten und die Homeoffice-Zeiten um die Aktivitäten mit Kind zu basteln.

Wenn das Kind frühstückt, kann man schon mal die erste Aufgabe abarbeiten. Danach kann man gemeinsam etwas tun und anschließend – je nach Temperament – wieder eine kleine Ruhephase einbauen. Macht das Kind keinen Mittagsschlaf mehr, dann hilft ein wenig Zeit vor dem Fernseher dabei eine Zeit zu schaffen, in der man arbeiten kann. Hilfreich ist es hier wirklich zu schauen – wie viel Zeit arbeite ich täglich? Was braucht mein Kind wirklich? Wie schaffe ich es mit Kind im Homeoffice zu arbeiten? Gibt es eine Beschäftigung bei der mein Kind mich nicht braucht? Kann ich vielleicht früher aufstehen oder später ins Bett gehen? Kann mein Partner/meine Partnerin mich unterstützen? Für Alleinerziehende ist es noch einmal ein Stück schwerer, da der Partner/die Partnerin als Stütze wegfällt.

Wichtig ist vor allem, sich nicht zu viel zuzumuten. Das kann bedeuten, dass man an anderen Stellen Abstriche machen muss. Da darf das Kind mehr fernsehen, man kocht mehr schnelle Gerichte, macht ein paar Sachen weniger im Haushalt oder bestellt auch mal Essen. Bevor der Lagerkoller eintritt sollte man sich bereits Gedanken darüber machen, was gerade wirklich notwendig ist und wie man seinen Alltag gemeinsam und für alle tragbar gestalten kann.